Seewald und Waldachtal gewinnen Solarkreisliga im Landkreis Freudenstadt
Im Landkreis Freudenstadt (Baden-Württemberg) wurde die Auswertung der Solarkreisliga für das Jahr 2025 bekannt gegeben. Die Gemeinde Seewald belegte den ersten Platz. Rechnet man die neuen Solaranlagen auf die Einwohnerzahl herunter, kamen dort 258 Wattpeak (Wp) pro Person zusammen. Den zweiten Platz sicherte sich die Gemeinde Waldachtal mit 199 Wp pro Einwohner.
Ein wichtiger Grund für den Erfolg in Seewald war die Unterstützung aus der Wirtschaft. Die Firma Pfeifle-Holz GmbH & Co. KG hat auf ihrem Gebäude im Schorrental eine große Anlage mit einer Leistung von 374 kWp installiert. Geschäftsführer Thomas Pfeifle erklärte, dass vor allem die stark gestiegenen Strompreise ab 2023 den Anstoß für das Projekt gaben. Der Weg bis zur Fertigstellung dauerte gut zwei Jahre und war mühsam. Probleme gab es vor allem bei den Versicherungen und dem Anschluss an das Stromnetz. Ursprünglich wollte die Firma eine noch größere Anlage bauen, am Ende wurde sie jedoch etwas verkleinert.
Die Anlage deckt nun etwa 13 Prozent des Strombedarfs der Firma. An Arbeitstagen wird der Strom fast komplett selbst verbraucht. An den Wochenenden versorgen die Module die acht Trockenkammern des Betriebs. Den Rest speist die Firma kostenlos in das öffentliche Netz ein. In den ersten sechs Monaten waren das rund 22.000 kWh.
Auch die Gemeinde Waldachtal setzte auf eigene Flächen. Dort wurden vier Anlagen auf dem Bauhof, der alten Feuerwehrgarage in Oberwaldachtal und dem Kinderhaus im Himmelreich installiert. Insgesamt kam so eine Leistung von 406 kWp zustande.
Bei der Preisverleihung waren unter anderem der Erste Landesbeamte Reinhard Geiser und die Klimaschutzmanagerin Lene Steffen anwesend. Geiser betonte, dass der Landkreis gerade wegen knapper Kassen auf kreative Ideen aus der Wirtschaft angewiesen ist. Lene Steffen warnte jedoch, dass Baden-Württemberg insgesamt beim Ausbau der Solarenergie hinter den Zielen zurückbleibe. Wenn es nicht schneller vorangeht, könnten die Klimaziele bis 2040 gefährdet sein.
Bürgermeister Dominik Damrath aus Seewald lobte den Mut des Sägewerks Pfeifle-Holz trotz der hohen Bürokratie. Er will sich künftig dafür einsetzen, dass Unternehmen weniger Papierkram haben, wenn sie in Solarenergie investieren.