Seevetal: Mobile Retter retten Leben in Glüsingen
In Seevetal (Landkreis Harburg, Niedersachsen) gibt es ein besonderes Netz aus Ersthelfern: die sogenannten Mobilen Retter. Wenn jemand einen medizinischen Notfall hat, werden diese Helfer über eine App geortet und gleichzeitig mit dem Rettungsdienst alarmiert. Da sie oft ganz in der Nähe wohnen oder arbeiten, kommen sie manchmal schneller am Ort an als der Krankenwagen.
Das System hat sich kürzlich in Glüsingen bewährt. Dort wurde eine Person reanimiert, bevor der Rettungsdienst eintraf. Ein Mobiler Retter war bereits 3 Minuten und 45 Sekunden nach dem Alarm vor Ort. Dabei kam ein frisch installierter Defibrillator am Feuerwehrgerätehaus in Glüsingen zum Einsatz. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Sekunde, da bereits nach wenigen Minuten ohne Sauerstoff bleibende Schäden im Gehirn entstehen können.
Um diese wichtige Arbeit zu würdigen, lud der Landkreis Harburg kürzlich zu einem Dankeschön-Abend in die Burg Seevetal ein. Dort trafen sich viele der Engagierten, darunter auch Elias Gruhn und Marco Horstmann von der Feuerwehr Seevetal. Insgesamt sind im Landkreis 965 Menschen in der App registriert, allein in Seevetal sind es 129 Menschen. Zwei Menschen aus Hanstedt und Meckelfeld berichteten bei dem Treffen emotional davon, dass sie selbst durch die Hilfe Mobiler Retter überlebt haben.
Bürgermeisterin Emily Weede möchte das Netz in der Gemeinde weiter ausbauen. Sie plant nun, auch den betrieblichen Ersthelfern der Verwaltung eine entsprechende Schulung anzubieten. So sollen noch mehr Menschen in Seevetal bereitstehen, um im Notfall schnell helfen zu können.
Weitere Informationen zum System finden Interessierte im Portal der Mobilen Retter für den Landkreis Harburg.
Quelle: Seevetal – zur Originalmeldung