Seeheim-Jugenheim bekämpft invasive Drüsenameisen
Im Mai wurde in Jugenheim (Landkreis Darmstadt-Dieburg, Hessen) zum ersten Mal die Große Drüsenameise entdeckt. Zuerst ging es in der Alten Bergstraße an einem Gehweg und auf privaten Grundstücken zu. Inzwischen haben mehr Bürger die Tiere gemeldet. Auch in der Bahnhofstraße sowie an der Ecke Saarstraße und Weinbergstraße sind die Insekten aufgetaucht.
Die Gemeinde Seeheim-Jugenheim greift im öffentlichen Bereich nun massiv durch. Sie stellt spezielle Boxen mit einem zuckerhaltigen Gel auf. Die Ameisen nehmen diesen Wirkstoff auf und tragen ihn in ihre Nester. Dort sterben dann die Larven, die Arbeiterinnen und die Königinnen.
Zusätzlich ist ein Profi für Schädlingsbekämpfung im Einsatz. Er nutzt ein Verfahren mit Heißwasser-Schaum, bei dem kochendes Wasser auf die betroffenen Stellen kommt, um die Tiere ober- und unterirdisch abzutöten. Außerdem kommen Nematoden zum Einsatz. Das sind winzige Fadenwürmer aus der Natur, die die Ameisen biologisch bekämpfen.
Die Gefahr durch die Drüsenameise ist groß, weil sie sogenannte Superkolonien bildet. Diese entstehen oft unter Pflastersteinen oder Platten. Die Ameisen höhlen den Boden aus, wodurch Gehwege, Einfahrten oder Parkplätze kaputtgehen können. Zudem können die Tiere in Gebäude eindringen und die Technik beschädigen.
Wer die Tiere auf dem eigenen Grundstück bemerkt, muss selbst für die Bekämpfung sorgen. Man erkennt die Ameisen daran, dass sie nur wenige Millimeter groß sind. Wenn man sie zerdrückt, riechen sie nach Zitronen oder Aceton. Zudem weichen sie nicht zurück, wenn man sie stört, sondern strömen aus dem Nest hervor.
Die Gemeinde bittet alle Bewohner, Verdachtsfälle sofort zu melden. Ansprechpartnerin ist Lisa Dönges vom Bereich Umwelt und Klima unter der Telefonnummer 06257/990-206 oder per E-Mail an [email protected]. Alternativ können Fotos oder Videos beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hochgeladen werden. Dieser Bestimmungsservice ist kostenlos.