Seehausen: Pflegedienst fürchtet neue Gesetze aus Berlin
In Seehausen (Landkreis Stendal, Sachsen-Anhalt) herrscht Unruhe bei den ambulanten Pflegediensten. Die Geschäftsführerinnen Mandy Duske und Katrin Theis vom M&K Pflegedienst haben sich an Landrat Patrick Puhlmann gewandt. Sie machen sich Sorgen um ein neues Gesetz der Bundesregierung, das sogenannte Beitragssatzstabilisierungsgesetz.
Das Problem ist folgendes: Wenn der Bundestag den aktuellen Entwurf so beschließt, sollen Tarifsteigerungen nicht mehr immer komplett von den Krankenkassen bezahlt werden. Für die Pflegedienste bedeutet das mehr finanziellen Druck. Im schlimmsten Fall könnten dadurch Arbeitsplätze verloren gehen.
Der Betrieb in Seehausen ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Mit 34 Mitarbeitern und 18 Fahrzeugen versorgen Duske und Theis derzeit über 300 Patienten in der Region zwischen Arendsee und Werben. Die Nachfrage ist hoch, und die beiden planen sogar einen Umzug, weil die aktuellen Räume zu klein geworden sind. Auch in die Zukunft investieren sie: Ab diesem Jahr bilden sie selbst aus, wofür sie mit Salus zusammenarbeiten. Zwei Jugendliche haben bereits für 2027 zugesagt.
Besonders wichtig ist den Chefinnen das Klima im Team. Bisher hat kein einziger Mitarbeiter den Betrieb verlassen. Das liegt laut Duske und Theis an einer guten Betreuung, gemeinsamen Feiern und familienfreundlichen Arbeitszeiten. Geteilte Dienste, die den Alltag oft erschweren, gibt es bei ihnen nicht.
Landrat Puhlmann zeigte sich bei seinem Besuch beeindruckt vom Erfolg des Pflegedienstes. Er gab zu, dass der Landkreis direkt kaum helfen kann, da die Entscheidung in Berlin fällt. Er betonte jedoch, dass man das Thema über den Deutschen Landkreistag genau beobachte. Puhlmann glaubt derzeit nicht, dass die Länder dem Entwurf im Bundesrat so zustimmen werden.
Ob die Pläne der Bundesregierung tatsächlich in Kraft treten und wie sie die Pflegedienste in Sachsen-Anhalt konkret treffen werden, bleibt abzuwarten.