Schuttern blickt auf 1400 Jahre Geschichte zurück
Schuttern (Gemeinde Friesenheim) ist der älteste Ortsteil der Gemeinde und kann eine fast 1400 Jahre alte Geschichte vorweisen. Früher lag das Dorf westlich vom gleichnamigen Kloster. Im 14. Jahrhundert bauten die Geroldsecker dort eine Tiefburg, wodurch aus dem Dorf und der Burg eine Stadt wurde. Das hielt jedoch nicht lange an, da es Streit mit den Geroldseckern und der Stadt Lahr gab. Schon im Jahr 1475 wurde Schuttern wieder ein Dorf und im Jahr 1577 wurde es als Flecken bezeichnet.
Die Herrschaft über den Ort wechselte oft den Besitzer. Zwischen 1450 und 1476 war die Herrschaft zur Hälfte an den Pfalzgrafen verpfändet, bevor die Pfalz den Ort 1484 besetzte. Ab 1506 gehörte Schuttern zu Österreich, ging 1518 an Geroldseck zurück und war ab 1521 habsburgisch. In dieser Zeit gab es schwere Vorfälle: Im Jahr 1525 verwüsteten Bauern das Dorf, weil sie die hohen Abgaben an das Kloster nicht mehr bezahlen wollten. 21 Jahre später brannte der Ort komplett ab. Später gehörte Schuttern zur Reichslandvogtei und wurde im Jahr 1803 badisch.
Auch die Gebäude erzählen vom Wandel. Die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, die früher die Klosterkirche war, wurde zwischen 1767 und 1771 gebaut. In den Jahren 1972 bis 1975 legte man die Fundamente der alten Kirche frei, damit Besucher sie sehen konnten. Dort gibt es auch Teile eines Bildmosaiks aus dem 10. oder 11. Jahrhundert, welches als das älteste deutsche seiner Art gilt. Das Schloss in Schuttern wurde um 1330 als Wasserschloss der Geroldsecker errichtet. Nach vielen Belagerungen und Zerstörungen blieb im Jahr 1679 nur noch ein Steinhaufen übrig.
Ein besonderer Gast war die spätere französische Königin Marie Antoinette. Am 6. Mai 1770 verbrachte sie auf ihrer Hochzeitsreise von Wien nach Paris im Kloster Schuttern ihre letzte Nacht auf deutschem Boden.
Heute hat sich das Dorf gewandelt und ist stärker wirtschaftlich geprägt. Die Gewerbegebiete „Auf dem Segel“ und „Neumatt“ sind bereits voll bebaut. Zudem gibt es auf dem rund 58 Hektar großen Flugplatzareal noch Möglichkeiten für einen weiteren Ausbau, um die Wirtschaft in der Region zu stärken. Seit dem 1. Januar 1975 ist Schuttern offiziell eingemeindet und gehört damit zu Friesenheim.