Schloß Borbeck in Essen: Sanierung wird teurer und größer
Die Generalsanierung vom Schloß Borbeck (Essen, Nordrhein-Westfalen) wird aufwendiger, als die Stadt zuerst geplant hatte. In einer Sitzung des Kulturausschusses am 2. September wurde klar: Die historische Bausubstanz ist in einem schlechteren Zustand als vermutet.
Besonders kritisch sieht es bei den Zwischendecken und dem alten Dachstuhl aus. Die Decke zwischen dem Erdgeschoss und dem ersten Stock ist statisch überlastet. Zudem wurde der Dachstuhl früher einmal unsachgemäß bearbeitet, was ihn geschwächt hat. Die Experten prüfen nun, ob man die Decke noch retten kann oder ob sie komplett erneuert werden muss. Auch am Mauerwerk, am Dach und an der Terrasse gibt es Mängel, die behoben werden müssen.
Das hat Folgen für die Nutzung des Schlosses. Eine dauerhafte Tagesgastronomie mit Terrasse wird es nicht geben. Der Grund ist die Technik: Die neuen Anlagen für das Gebäude brauchen so viel Platz, dass kein Raum mehr für ein Restaurant bleibt. Nur für besondere Veranstaltungen soll es weiterhin Essen und Trinken geben. Dafür können zwei Räume im Untergeschoss künftig für pädagogische Arbeit genutzt werden.
Auch der Zugang zum Park ändert sich. Ein neuer Eingang an der West- oder Südseite ist nicht möglich. Stattdessen soll es einen barrierefreien Weg über die Teichterrasse geben. Ein neues Gebäude wird dort über eine Brücke mit dem Park verbunden. Das schafft gleichzeitig Platz für die Haustechnik und einen besseren Rettungsweg.
Während der Bauarbeiten wird es für Besucher ungemütlich. Die Stadt will Teile des Schlossparks für die Logistik nutzen, damit das Wirtschaftsgebäude besser erreichbar ist. Das bedeutet: Kräne, Container und Baustellenverkehr nehmen Platz weg. Sogar der Biergarten ist betroffen. Zudem wird die Grünfläche am Teich länger gesperrt, weil die Teiche entschlammt werden müssen. Der Traubetrieb im Schloss ruht während der gesamten Zeit, da Lärm und Staub die Stimmung verderben würden.
Wie teuer das Ganze am Ende wird, ist noch unklar. Wegen der statischen Probleme müssen erst weitere Untersuchungen gemacht werden. Eine genaue Kostenberechnung wird erst zum Ende des ersten Quartals 2027 erwartet. Erst danach können die Förderanträge gestellt und der Zeitplan für den Bau festgelegt werden.
Quelle: Essen – zur Originalmeldung