Schenefeld: Historisches Reetdachhaus komplett abgebrannt
Es war kurz nach zwei Uhr nachts, als in der Nedderstraße in Schenefeld (Kreis Pinneberg, Schleswig-Holstein) das Feuer ausbrach. Die Flammen griffen schnell auf das Reetdach des L-förmigen Gebäudes über. Eine Person schaffte es noch selbst aus dem Haus zu fliehen.
Ein Feuerwehrmitglied wohnte direkt nebenan und bemerkte den Brand. Er eilte sofort zum Haus, weil einige Bewohner das Feuer noch gar nicht bemerkt hatten und schliefen. Der Mann weckte die Leute und rettete insgesamt sieben weitere Menschen aus dem Gebäude. So konnten alle acht Bewohner sicher aus dem Haus kommen, noch bevor die anderen Einsatzkräfte eintrafen.
Da viele Menschen Atemprobleme wegen des Rauchs hatten, rückte zusätzlich der Rettungsdienst aus. Insgesamt zehn Menschen wurden leicht verletzt, mussten aber nicht ins Krankenhaus. Auch zwei Einsatzkräfte hatten Probleme: Der Retter, der die Bewohner geweckt hatte, und eine weitere Kraft klagten über Kreislaufprobleme. Beide konnten aber vor Ort bleiben.
Das Feuer breitete sich rasend schnell aus und verschlang fast das gesamte Dach. Über 60 Einsatzkräfte der Feuerwehren Schenefeld und Halstenbek sowie des Kreisfeuerwehrverbandes Pinneberg kämpften gegen die Flammen. Sie setzten zwei Drehleitern und fünf große Strahlrohre ein, um das Feuer von allen Seiten zu bekämpfen. So verhinderten sie, dass die Nachbarhäuser ebenfalls in Brand gerieten.
Weil der Rauch so stark war, wurde eine Warnung über das Warnsystem MOWAS an die Bevölkerung verschickt. Da auch aus anderen Gemeinden Notrufe kamen, wurde die Warnung mehrfach ausgeweitet. Das DRK Rellingen versorgte die Helfer und Betroffenen mit Essen und Getränken.
Gegen 4.47 Uhr war das Feuer unter Kontrolle. Um die Glut zu löschen, kam ein Bagger mit Greifarm zum Einsatz. Er riss Teile des Dachs und des Mauerwerks ab, damit die Feuerwehr an die Brandherde herankam. Erst am Vormittag gegen 11.53 Uhr war das Feuer komplett aus. Das Haus ist nicht mehr bewohnbar.
Die Kriminalpolizei hat bereits während der Löscharbeiten mit der Arbeit begonnen. Was genau den Brand ausgelöst hat und wie hoch der Schaden ist, ist noch nicht bekannt. Die Ermittlungen dauern an.
Quelle: Kreisfeuerwehrverband Pinneberg – zur Originalmeldung