Satteldorf: Polizei schießt auf flüchtigen Transporter
Alles begann am Freitagabend gegen 19:45 Uhr auf der A6 bei Nürnberg. Dort bemerkte die Polizei einen französischen Kleintransporter, der in Schlangenlinien über die Fahrbahn driftete. Als die Beamten versuchten, den Wagen anzuhalten, reagierte der 21-jährige Fahrer nicht. Er ignorierte alle Zeichen und raste einfach weiter in Richtung Heilbronn.
Die bayerische Polizei startete eine großangelegte Jagd. Mehrere Streifenwagen und sogar ein Hubschrauber waren im Einsatz, um den Wagen zu stoppen. Kurz nach der Landesgrenze bei Satteldorf (Landkreis Schwäbisch Hall, Baden-Württemberg) gelang es schließlich einer gemeinsamen Streife der bayerischen Polizei und des Polizeipräsidiums Aalen, den Transporter zu stoppen.
Doch der Fahrer gab nicht auf. Er legte plötzlich den Rückwärtsgang ein und rammte einen hinter ihm stehenden Streifenwagen. Dann beschleunigte er erneut und fuhr direkt auf zwei Polizisten zu, die auf der Fahrbahn standen. Um Schlimmeres zu verhindern, feuerte ein Beamter seine Schusswaffe ab. Die Geschosse trafen den Frontbereich des Transporters. Der Fahrer wurde dabei nicht verletzt.
Nach etwa 75 Metern hielt der junge Mann schließlich selbst an. Als die Beamten ihn festnahmen, wehrte er sich noch. Wegen einer akuten Psychose wurde der Franzose danach in ein Krankenhaus gebracht. Bei dem Einsatz wurden zwei bayerische Dienstfahrzeuge beschädigt. Der Sachschaden liegt bei etwa 10.000 Euro.
Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Aalen hat die Ermittlungen aufgenommen. Ob und inwieweit sich der Verdächtige strafbar gemacht hat, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.