Sailauf: Wasserentnahme aus Bächen und Flüssen verboten
In Sailauf (Landkreis Aschaffenburg, Bayern) und dem restlichen Landkreis ist es bis zum 31. August 2026 verboten, Wasser aus Bächen und Flüssen zu entnehmen. Das betrifft auch das einfache Schöpfen mit Eimern oder Gießkannen, was normalerweise ohne Erlaubnis erlaubt wäre. Nur wer eine ausdrückliche Genehmigung vom Landratsamt hat, darf weiterhin Wasser nehmen. Wer sich nicht an das Verbot hält, riskiert ein Bußgeld, da die Verstöße als Ordnungswidrigkeit gewertet werden.
Ausgenommen von der Regelung ist nur der Main. Besonders kleine Gewässer sind gefährdet. Das Wasserwirtschaftsamt warnt, dass die lange Hitze und die Trockenheit der letzten Wochen die Natur stark belastet haben. Die Situation ist kritisch: Seit Ende April fiel in der Region nur etwa ein Drittel bis knapp die Hälfte des Regens, der normalerweise in dieser Zeit fällt. Das ist teilweise sogar weniger als in den extremen Trockenjahren 1976 oder 2003.
Die Folgen sind deutlich sichtbar. 80 Prozent der Messstellen für das obere Grundwasser zeigen niedrige Werte, die Hälfte davon ist sogar im sehr niedrigen Bereich. Viele Bäche führen kaum noch Wasser, einige Abschnitte sind komplett ausgetrocknet. Durch die Kombination aus wenig Wasser und hohen Temperaturen sinkt der Sauerstoffgehalt. Das gefährdet Fische, Pflanzen und andere kleine Lebewesen in den Gewässern.
Eine Besserung ist laut Prognosen nicht in Sicht, da in den nächsten Wochen kaum nennenswerter Regen erwartet wird. Kurze Starkregen bringen zwar lokal kurzzeitig mehr Wasser, helfen aber nicht gegen das große Defizit. Gegen Ende August wird die Behörde entscheiden, ob das Verbot verlängert wird oder ausläuft. Alle Details stehen im Amtsblatt 29/2026 des Landkreises unter www.landkreis-aschaffenburg.de/amtsblatt.
Quelle: Sailauf – zur Originalmeldung