Saalfeld und Rudolstadt: Falsche Spendensammler festgenommen
Die Polizei hatte bereits Mitte August vor einer Gruppe von Spendensammlern gewarnt. Die Leute waren in mehreren Orten im Saale-Orla-Kreis sowie im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt (Thüringen) unterwegs. Sie fuhren mit Autos zu Supermärkten und sprachen dort gezielt Kunden und Passanten an. Die Sammler baten um Geld für Organisationen, die es teilweise gar nicht gab.
Einige Menschen hatten schlechte Erfahrungen gemacht. Wer mit der Karte zahlte, bemerkte oft, dass viel höhere Beträge abgebucht wurden als eigentlich gewollt. Manche wollten nur fünf Euro geben, verloren dann aber plötzlich mehrere hundert Euro. Die Polizei vermutet, dass die Kartenlesegeräte manipuliert waren. Aufmerksame Zeugen hatten die Menschen und ihre Autos gefilmt oder fotografiert und die Aufnahmen an die Beamten geschickt.
Am vergangenen Donnerstag tauchte die Gruppe wieder auf. Zuerst wurden sie vor einem Supermarkt in der Schwarzburger Straße in Rudolstadt gesehen. Danach fuhren sie weiter zu einem Supermarkt in Saalfeld. Dort passten die Polizisten auf und konnten die Menschen kontrollieren.
Es handelte sich um zwei rumänische Staatsangehörige, 22 und 24 Jahre alt. Die Beamten durchsuchten das Auto und fanden Sammellisten sowie Bargeld. Alles wurde sichergestellt. Die beiden Männer mussten zudem für das Foto- und Fingerabdruck-Verfahren zum Erkennungsdienst.
Nach den Maßnahmen ließ die Polizei die beiden Männer wieder laufen. Am Tag der Kontrolle gab es nämlich keine Hinweise darauf, dass sie an diesem speziellen Tag wieder Geld über Karten abgezogen hatten.
Die Polizei warnt die Bürger trotzdem weiterhin. Wer an solchen Sammelaktionen teilnimmt, soll genau aufpassen und die Zahlungsvorgänge prüfen. Im Zweifel sollte man lieber gar nicht spenden oder auf keinen Fall die Karte benutzen. Wer verdächtige Menschen oder Fahrzeuge sieht, soll dies der Polizei melden.
Ob und inwieweit sich die beiden Männer strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle: Landespolizeiinspektion Saalfeld – zur Originalmeldung