Rott am Inn: Ganztagesklassen an Mittelschule sollen wegfallen
An der Mittelschule in Rott am Inn (Landkreis Rosenheim, Bayern) drohen im nächsten Schuljahr zwei Ganztagesklassen zu verschwinden. Das Schulamt plant, die fünften und achten Klassen zusammenzulegen. Grund dafür sind laut Behörde zu geringe Schülerzahlen. Im Vergleich dazu soll der Ganztag an der Mittelschule in Edling komplett erhalten bleiben.
Bürgermeister Daniel Wendrock und Schulleiterin Manuela Strobl sind fassungslos. Die Entscheidung wurde ihnen kurzfristig in einer Videokonferenz mitgeteilt. Die Schulleiterin betont, dass der Unterschied zu Edling minimal sei – es gehe wohl nur um ein oder zwei Schüler. Sie nennt diese Zahlen eine bloße Momentaufnahme.
Die Folgen für die Familien wären groß. Eltern, die auf die Betreuung nach dem Unterricht angewiesen sind, stünden vor einem Problem. Die Schüler müssten dann für die Ganztagsangebote nach Wasserburg fahren. Wendrock befürchtet, dass die Jugendlichen dadurch ihren Lebensmittelpunkt und ihre Freizeit weg von Rott und den Gemeinden Ramerberg und Griesstätt verlagern würden.
Besonders ärgerlich ist die Situation für die Gemeinde, da erst kürzlich massiv in die Schule investiert wurde. Zwischen 2020 und 2023 entstand ein Neubau der Grund- und Mittelschule für rund 19 Millionen Euro. Zudem hatte der Schulverband erst im letzten Jahr die Trägerschaft für den gebundenen Ganztag übernommen, um das Profil der Schule zu stärken.
Der Bürgermeister sieht in den aktuellen Streichungen bereits den Anfang vom Ende. Zwar geht es momentan nur um die Jahrgangsstufen fünf und acht, doch für das nächste Jahr gibt es noch keine Garantie. Wendrock befürchtet, dass der Ganztag langfristig an einem der beiden Standorte, Rott oder Edling, komplett wegfallen wird.
Bürgermeister Wendrock und der Schulverband haben angekündigt, die Entscheidung nicht zu akzeptieren und sich klar dagegen zu stellen. Weitere Schritte zur Abwendung der Kürzungen liegen bislang nicht vor.