Rinteln bekämpft Mistel-Plage mit über 100.000 Euro
In Rinteln (Landkreis Schaumburg, Niedersachsen) gibt es ein Problem in den Baumkronen: Immer mehr Misteln breiten sich aus. Das sieht zwar natürlich aus, ist aber gefährlich für die Bäume. Die Mistel ist ein Halbschmarotzer. Sie stiehlt den Bäumen Wasser und Nährstoffe. Wenn man nichts tut, sterben vor allem Pappeln, Linden und Apfelbäume irgendwann ab.
Für die Stadt als Besitzer vieler Bäume ist das teuer. Es müssen tote Äste abgesägt oder ganze Bäume gefällt und neu gepflanzt werden. Damit das nicht noch mehr passiert, will die Stadt die Misteln jetzt frühzeitig entfernen und richtig entsorgen. So wird verhindert, dass Vögel die Beeren weitertragen und neue Bäume befallen.
Damit die Maßnahmen bezahlbar bleiben, gibt es Unterstützung. Die Stadt hat über das Programm KfW 444 Geld für die Baumpflege und neue Pflanzungen bekommen. Gleichzeitig hat die Obstwiesenland gGmbH einen Antrag für private Flächen gestellt. Zusammen fließen über 100.000 Euro in das Projekt. Die Stadt selbst muss weniger als 10 Prozent der Kosten tragen.
Der Plan ist, die Misteln in einem bestimmten Gebiet gleichzeitig zu entfernen. Das klappt nur, wenn die Stadt und private Besitzer zusammenarbeiten. An Bäumen auf Privatgrundstücken wird natürlich nur gearbeitet, wenn die Eigentümer zustimmen.
Ein wichtiger Partner ist der Fischereiverein Grafschaft Schaumburg von 1908 e.V. Ihm gehören viele Flächen an der Extertalstraße rund um die Sassenbergschen Teiche. Dort gibt es viele befallene Bäume. Lars Homeier, der Vorsitzender des Vereins ist, freut sich über die Hilfe. So bleiben die ökologisch wertvollen Bäume erhalten und die Wege für die Mitglieder sicher, ohne dass der Verein selbst Geld ausgeben muss.
Zuerst sollen die Flächen und Wege rund um die Sassenbergschen Teiche von den Misteln befreit werden. Danach folgen die städtischen Maßnahmen. Die Stadt will dieses Modell später auf weitere Bereiche im Stadtgebiet ausweiten.
Wer Misteln an den eigenen Bäumen entdeckt, sollte schnell handeln. Für eine Beratung können sich Bürger an die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Schaumburg oder an die Obstwiesenland gGmbH unter www.obstwiesenland.org wenden.
Quelle: Rinteln – zur Originalmeldung