Rietberg: So prüft die Stadt ihre 15.000 Bäume
In Rietberg (Kreis Gütersloh, Nordrhein-Westfalen) gibt es eine Menge zu tun, wenn es um das städtische Grün geht. Alleine an den Straßen der sieben Ortsteile stehen rund 15.000 Einzelbäume. Dazu kommen noch 18 Hektar Wald- und Baumbestände auf städtischen Grundstücken. Damit hier niemandem ein Ast auf den Kopf fällt, ist Markus Hökenschnieder im Einsatz.
Der 44-Jährige arbeitet als Baumkontrolleur für die Stadt. Er hat als Zierpflanzengärtner gelernt und war früher unter anderem als Friedhofsgärtner und im Landschaftsbau tätig. Seit 2012 ist er bei der Stadtverwaltung. Heute kümmert er sich nicht nur um die Bäume, sondern auch um die Friedhöfe und die Pflege der Grünflächen. Weil die Arbeit zu viel für einen Mann ist, hilft ihm ein externer Kollege dabei.
Das Vorgehen ist genau festgelegt: Jeder städtische Baum wird alle eineinhalb Jahre untersucht. So sieht Hökenschnieder die Bäume einmal mit Blättern und einmal ohne. Mit einem speziellen Tablet dokumentiert er jede Sichtung in einem digitalen Baumkataster. Das ist wichtig, falls es einmal zu einem Unfall kommt, da Versicherungen diese Listen genau prüfen. Wenn ein Baum krank aussieht oder wackelt, kommen zusätzlich externe Gutachter zum Einsatz.
Die Sicherheit steht an erster Stelle. Totholz oder abbrechende Äste müssen entfernt werden, bevor Menschen verletzt werden. Hökenschnieder ist bei seinen Rundgängen oft im Gespräch mit den Bürgern. Manche wünschen sich mehr Bäume, andere stören sich am Laub auf dem Gehweg oder an den hohen Kronen vor der Haustür.
Der Experte erklärt, dass man Bäume nicht einfach radikal beschneiden kann. Zu tiefe Schnitte würden das Gleichgewicht des Baumes stören und Pilze anlocken. Zudem wachsen die Bäume nach einem starken Schnitt oft noch wilder aus, was das Problem nur verschlimmern würde. Wenn ein Baum jedoch wirklich zu gefährlich wird und gefällt werden muss, pflanzt die Stadt an dieser Stelle einen neuen Baum nach.
Für Bäume auf privatem Grund ist die Stadt nicht zuständig. Hier liegt die Verantwortung komplett bei den jeweiligen Eigentümern.
Quelle: Rietberg – zur Originalmeldung