Riedstadt zählt Schwalben: Viele Nester gemeldet
In Riedstadt (Kreis Groß-Gerau, Hessen) geht es derzeit um den Schutz von Schwalben. Die Bestände von Mehl- und Rauchschwalben sinken bundesweit, auch in Hessen stehen sie auf der Roten Liste. Das liegt vor allem daran, dass es zu wenig Insekten als Futter gibt und die Vögel kaum noch passende Plätze zum Nestbauen finden.
Die Fachgruppe Umwelt der Stadt hat deshalb im Frühjahr die Bürger gebeten, besiedelte Nester zu melden. Die erste Auswertung zeigt: Bisher wurden 108 Nester von Mehlschwalben und 74 Nester von Rauchschwalben gemeldet. Bei den Mehlschwalben liegt Erfelden mit 44 Nestern vorne, gefolgt von Goddelau (27), Crumstadt (18), Leeheim (10) und Wolfskehlen (9).
Bei den Rauchschwalben sieht es anders aus. Hier gibt es in Wolfskehlen die meisten Meldungen mit 44 Nestern. In Goddelau wurden 24 gemeldet, in Erfelden und Crumstadt jeweils drei. Aus Leeheim kamen bisher gar keine Meldungen für Rauchschwalben.
Das Problem ist oft die Bauweise. Mehlschwalben bauen an rauen Außenwänden, doch durch neue Dämmungen an den Häusern verschwinden diese Plätze. Rauchschwalben suchen lieber alte Ställe oder Scheunen, aber immer weniger Gebäude bleiben über die ganze Brutzeit offen.
Wer noch ein Nest entdeckt hat, kann dies bis Ende September melden. Die Stadt bittet um die Angabe von Straße, Hausnummer und der Anzahl der Nester. Die Meldung geht telefonisch an Holger Schanz unter (06158) 181-320 oder per E-Mail an h.schanz(at)riedstadt.de. Wer seinen Namen und seine Adresse angibt, kann einen Buchpreis gewinnen.
Ein wichtiger Hinweis für Hausbesitzer: Schwalbennester stehen unter strengem Schutz. Wer sie einfach entfernt, riskiert ein Bußgeld. Bevor bei einer Renovierung Nester weg müssen, muss man sich zwingend mit der unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung Groß-Gerau abstimmen. Oft gibt es Lösungen mit künstlichen Nistplätzen.
Quelle: Riedstadt – zur Originalmeldung