Reinickendorf und Glienicke gedenken der Maueropfer
Am 13. August 2026 kamen Menschen aus Politik und Gesellschaft zusammen, um gemeinsam an die Opfer der SED-Diktatur zu denken. Die Veranstaltung fand am Gedenkkreuz am Edelhofdamm und der Oranienburger Chaussee in Reinickendorf (Berlin) statt. Geladen hatten das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf zusammen mit der Gemeinde Glienicke/Nordbahn.
Im Zentrum der Feier stand die Niederlegung eines Kranzes. Unterstützt wurde der feierliche Rahmen durch die 7. Kompanie des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung, die als Patenkompanie des Bezirksamtes dabei war.
Uwe Brockhausen, der stellvertretende Bezirksbürgermeister von Reinickendorf, betonte in seiner Rede, dass die ehemalige Grenze heute keine Trennung mehr bedeute. Wo früher Wachtürme standen und Schüsse fielen, begegnen sich heute Nachbarn in Freiheit. Für ihn sei das der eigentliche Sieg über die Mauer.
Besonders deutlich wurde das Leid der Teilung durch die Worte von Dr. Ulrich Strempel, dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung von Glienicke/Nordbahn. Er erinnerte an das Schicksal von Michael Bittner. Dieser wurde am 24. November 1986 zwischen Glienicke und Frohnau von Grenzsoldaten erschossen. Bittner wollte sein Leben selbst bestimmen und sich der Überwachung durch den SED-Staat entziehen. Seine Geschichte stehe für viele Menschen, die durch die Mauerfamilien getrennt wurden oder ihr Leben verloren.
An der Gedenkveranstaltung nahmen unter anderem Brigadegeneral Busch, der Bürgermeister von Glienicke/Nordbahn sowie Vertreter aus Hennigsdorf und dem Landkreis OHV teil. Mit einer Gedenkminute endete der offizielle Teil der Veranstaltung.