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Ravensburg baut neues Frauen- und Kinderschutzhaus

Vertreterinnen des Vorstandes und Mitarbeiterinnen des Vereins Frauen und Kinder in Not e.V. stehen zusammen mit Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp und Dieter Katein, dem Leiter des Amtes für Architektur und Gebäudemanagement, an der "Roten Bank" vor dem Waaghaus am Marienplatz. Bei der "Roten Bank" handelt es sich um eine öffentlich aufgestellte Sitzgelegenheit mit der Aufschrift „Kein Platz für Gewalt gegen Frauen“. Sie dient als mahnendes Symbol und sichtbares Zeichen gegen häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt. Foto: Stadt Ravensburg Copyright und Urheber siehe Ravensburg

Ab Mitte August rollen die Bagger für ein neues Schutzhaus in Ravensburg. Das moderne Gebäude soll Gewaltopfern einen sicheren Hafen bieten.

In Ravensburg (Kreis Ravensburg, Baden-Württemberg) startet bald der Bau eines neuen Frauen- und Kinderschutzhauses. Voraussichtlich ab Mitte August 2026 beginnen die Arbeiten. Das Gebäude wird von der Stadt für den Verein „Frauen und Kinder in Not e.V.“ errichtet. Wenn alles nach Plan läuft, können die Bewohnerinnen Ende 2027 einziehen.

Das bisherige Haus gibt es schon seit über 43 Jahren. Doch das Gebäude ist in einem schlechten Zustand. Es erfüllt weder die heutigen technischen noch die Sicherheitsstandards. Außerdem ist es nicht barrierefrei, was die Versorgung erschwert. Der Bedarf ist riesig: Bis Juli dieses Jahres war die Unterkunft zu 95 Prozent belegt.

Im neuen Haus entstehen sieben Appartements mit insgesamt 260 Quadratmetern Wohnfläche. Es gibt zudem 13 Wohnheimplätze, die flexibel angepasst werden können. Das ist wichtig, damit künftig auch Frauen mit älteren Söhnen aufgenommen werden können. Im alten Haus war das wegen der Enge nicht möglich.

Das Erdgeschoss wird barrierefrei gebaut. Dort gibt es Büros für die Betreuerinnen, Gemeinschaftsräume und ein spezielles barrierefreies Appartement. Letzteres ist eine wichtige Neuerung für Frauen und Kinder mit Behinderung. Um Kosten zu sparen, verzichtet die Stadt auf einen Aufzug und einen Tiefgaragen-Keller.

Das Haus wird aus Holz gebaut und mit einer Wärmepumpe sowie Solarzellen auf dem Dach betrieben. Es liegt mitten in einem Wohngebiet. Die Stadt setzt hier auf ein „halböffentliches“ Konzept. Eine komplette Geheimhaltung ist heute durch GPS-Tracker und Handys kaum noch möglich. Zudem sollen die Betroffenen nicht mehr im Verborgenen leben müssen, sondern auf ein selbstbestimmtes Leben vorbereitet werden. Für Frauen, die extrem gefährdet sind, wird es aber weiterhin anonyme Plätze in anderen Häusern geben.

Die Kosten für das Projekt liegen bei etwa 3,2 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg übernimmt davon 75 Prozent, den Rest zahlt die Stadt Ravensburg.

Quelle: Ravensburg – zur Originalmeldung

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