Rastatt kämpft mit neuen Grünflächen gegen Hitze
Die aktuelle Hitzewelle zeigt einmal mehr, wie wichtig Schatten in der Stadt ist. In Rastatt (Baden-Württemberg) setzt die Stadt deshalb auf ein neues Konzept für ihre Parks und Wiesen. Das Ziel ist es, die Stadt kühler zu machen und gleichzeitig mehr Platz für Tiere und Pflanzen zu schaffen.
Ein wichtiger Teil ist die neue Art, wie die Wiesen gepflegt werden. An Orten wie der Ludwigsfeste oder in der Mozart-Beethoven-Straße wird nicht mehr alles auf einmal gemäht. Stattdessen gibt es die sogenannte Staffelmahd. Dabei bleiben einige Bereiche der Wiese länger stehen. So finden Insekten Nahrung und Unterschlupf, und Pflanzen können ihre Samen verteilen, bevor die Mäher kommen.
Wie viel Unterschied das macht, belegen Messungen der Stadt. Während Asphalt oder Pflastersteine in der Sonne auf bis zu 70 Grad heiß werden können, bleibt es unter großen Bäumen auf Wiesen oft bei nur 28 bis 31 Grad. Besonders deutlich wird es bei Autos: Ein Wagen in der prallen Sonne wurde auf 64,3 Grad gemessen. Stand dasselbe Auto unter einer großen Platane, waren es nur 22,3 Grad.
Insgesamt gibt es in Rastatt rund 51.000 städtische Bäume. Die Stadt gießt vor allem die jungen und gefährdeten Bäume. Da das aber nicht für alle reicht, gibt es eine Gießgemeinschaft. Diese ehrenamtliche Gruppe vom Klimabündnis Rastatt hilft dabei, die Stadtbäume bei Trockenheit mit Wasser zu versorgen.
Auch Privatpersonen können mithelfen. Wer heimische Blumen pflanzt, Fassaden begrünt oder Regenwasser nutzt, verbessert das Klima in der Nachbarschaft. Wer einen Baum in seiner Nähe regelmäßig gießt, leistet einen wichtigen Beitrag. Kleine Bäume brauchen etwa 150 Liter Wasser pro Woche, große sogar bis zu 1.000 Liter. Die Stadt rät dazu, das Wasser langsam auszugießen, damit es tief zu den Wurzeln sickert. Wer einen Baum dauerhaft übernimmt, darf ihn mit einem Band markieren – nur nicht in Rot oder Gelb, da diese Farben bereits für andere Markierungen genutzt werden.
Wer mitmachen möchte oder mehr wissen will, kann sich an das Klimabündnis Rastatt wenden. Informationen gibt es unter [email protected] oder auf der Webseite www.klimabuendnis-rastatt.de.
Quelle: Rastatt – zur Originalmeldung