Polizeigewerkschaft wehrt sich gegen weniger Dienstpferde in Niedersachsen
Der Landesrechnungshof hat empfohlen, die Zahl der Polizeipferde in Niedersachsen zu senken. Außerdem soll einer der Standorte der Reiterstaffel in Hannover oder Braunschweig geschlossen werden. Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) Niedersachsen ist mit diesem Plan nicht einverstanden.
Die Gewerkschaft sagt, dass man nicht nur auf die Kosten schauen dürfe. Die Pferde seien im Einsatz nämlich extrem wertvoll. Besonders bei Fußballspielen, Demos oder großen Events helfen sie dabei, die Übersicht zu behalten. Sie können Menschenmengen lenken oder Gruppen trennen. Oft bewirkt die Anwesenheit der Pferde sogar, dass eine Situation ruhiger wird. Ein Team mit Pferd könne je nach Lage so viel bewirken wie bis zu zehn Beamte zu Fuß.
Patrick Seegers, der Landesvorsitzender der DPolG, warnt davor, am falschen Ende zu sparen. Gerade weil es in letzter Zeit Sabotageaktionen gab und die Lage in der Welt angespannt ist, dürfe man keine bewährten Fähigkeiten aufgeben. Wenn man einen Standort schließt, verliere man nicht nur Gebäude, sondern auch speziell ausgebildete Teams. Diese könne man bei einer Notlage nicht schnell wieder zurückholen.
Auch der Personalmangel sei ein Problem. Christian-Tobias Gerlach, der stellvertretende Landesvorsitzender, erklärt, dass die Aufgaben nicht verschwinden, nur weil die Pferde wegfallen. Stattdessen müssten viel mehr Polizisten zu Fuß für Absperrungen und die Lenkung von Gruppen eingesetzt werden. Das würde die Situation für die Beamtinnen und Beamten nur verschlimmern.
Die Gewerkschaft blickt zudem nach Hamburg. Dort soll die Reiterstaffel ebenfalls abgeschafft werden. Die DPolG sieht darin ein schlechtes Beispiel. Wenn mehrere Bundesländer gleichzeitig ihre Reiterstaffeln abbauen, könnten sie sich bei großen Einsätzen nicht mehr gegenseitig unterstützen.
Die DPolG fordert nun eine ehrliche Analyse. Es solle nicht nur auf die Kosten der Pferde geschaut werden, sondern auch darauf, wie viele zusätzliche Leute man ohne die Tiere bräuchte. Bis diese Prüfung abgeschlossen ist, sollen beide Standorte und die Pferde erhalten bleiben.