Polizeigewerkschaft in Hannover kritisiert Bezahlpläne für Beamte
In Hannover (Niedersachsen) gibt es Streit um das Geld der Beamten. Finanzminister Gerald Heere hat Pläne vorgestellt, wie die Beamtinnen und Beamten in Zukunft bezahlt werden sollen. Doch die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) ist mit diesen Vorschlägen überhaupt nicht einverstanden. Aus Sicht der Gewerkschaft reichen die Maßnahmen nicht aus, um Niedersachsen als Arbeitgeber attraktiv zu halten.
Konkret geht es um folgende Punkte: Der Familienzuschlag der ersten Stufe soll in das Grundgehalt integriert werden. Zudem sollen die Grundgehälter um 0,5 Prozent steigen. Für Beamte ab der Besoldungsgruppe A 9 ist eine höhere Sonderzahlung von 1.200 Euro geplant.
Die DPolG und der dbb Niedersachsen sagen, dass das das eigentliche Problem nicht löst. Laut Berechnungen würden sieben von zwölf Besoldungsgruppen selbst mit den neuen Regeln zu wenig verdienen. Ein großes Problem ist zudem, dass die höhere Sonderzahlung nur für die Gruppen ab A 9 gilt. Wer darunter eingestuft ist oder bereits in Pension ist, geht leer aus.
Die Gewerkschaft warnt nun vor den Folgen. Die Polizei müsse hart um Nachwuchs und Fachkräfte kämpfen, da auch andere Bundesländer oder private Firmen locken. Wenn die Bezahlung im Vergleich zu anderen Ländern zu niedrig ist, würden sich weniger Menschen für den Polizeiberuf entscheiden. Im schlimmsten Fall würden sogar erfahrene Kollegen das Land verlassen.
Die DPolG fordert deshalb eine deutlich höhere Anhebung der Grundgehälter. Das gesamte System müsse überarbeitet werden, damit die Abstände zwischen den Gruppen stimmen und auch die Versorgung im Alter passt. Die Landesregierung solle im Gesetzgebungsverfahren grundlegend nachbessern, damit die Sicherheit der Menschen in Niedersachsen nicht unter Personalmangel leidet.