Pleidelsheim blickt auf 40 Jahre Bodenseewasser zurück
Vor rund 40 Jahren stand die Trinkwasserversorgung in Pleidelsheim (Landkreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg) vor einem Problem. Im Januar 1986 stellte der Gemeinderat fest, dass die einzige Quelle der Gemeinde, die sogenannte „Hälde“, zu viel Nitrat enthielt. Die Werte lagen nur knapp unter dem erlaubten Limit. Hätten sich die Werte weiter verschlechtert, hätte man die Quelle nicht mehr nutzen dürfen.
Die Gemeinde suchte Rat bei Fachleuten der VEDEWA. Die Experten schlugen vor, das nitratreiche Wasser aus der eigenen Quelle mit nitratarmem Wasser zu mischen. So sollte ein akzeptabler Mittelwert entstehen. Der Gemeinderat prüfte daraufhin verschiedene Angebote und traf am 26. Oktober 1986 eine einstimmige Entscheidung: Pleidelsheim schloss sich der Bodenseewasserversorgung an.
Der Anschluss war teuer. Er kostete damals 1.306.000 DM, was heute etwa 667.747,19 Euro entspricht. Die Anlage wurde fertiggestellt und am 11. März 1988 in Betrieb genommen.
Das System funktioniert bis heute über den Hochbehälter „Spöttelberg“ am oberen Gemeindewald. Dort wird das Eigenwasser aus der „Hälde“ mit dem Wasser aus dem Bodensee vermischt. Das Verhältnis ist fest vorgegeben: Ein Drittel kommt aus dem Bodensee, zwei Drittel aus der eigenen Quelle. Der Hochbehälter ist so groß, dass er den Wasserbedarf der Gemeinde für zwei bis drei Tage absichern kann.
Die Bewohner profitieren seitdem von einer besseren Wasserqualität. Der Nitratgehalt sank deutlich und liegt mittlerweile bei 18 mg/l, während der Grenzwert bei 50 mg/l liegt. Außerdem ist das Wasser weicher geworden. Der Härtegrad sank von etwa 25° dH auf rund 19° dH. In den letzten Jahren kaufte die Gemeinde deshalb jährlich durchschnittlich 128.000 Kubikmeter Wasser vom Bodensee dazu.