Pflegekonferenz in Lohr sucht Lösungen gegen Personalnot
Am 1. Juli kamen etwa 40 Menschen in der Alten Turnhalle in Lohr a. Main (Landkreis Main-Spessart, Bayern) zusammen. Es war die dritte Pflegekonferenz, die vom Team der Gesundheitsregion Plus organisiert wurde. Landrat Christoph Vogel wollte dabei gemeinsam mit den Experten Herausforderungen benennen und echte Lösungen für die Pflege im Landkreis finden.
Das größte Problem ist laut Landrat und Teilnehmern der Mangel an Fachkräften. Auch dass die Menschen immer älter werden, macht die Situation schwierig. Um das zu ändern, setzt der Landkreis auf eine bessere Vernetzung. Drei neue Mitglieder wurden in die Konferenz aufgenommen: das Gesundheitszentrum Gemünden, das Pflegeteam Seifert aus dem Sinntal und das Blindeninstitut Würzburg.
Ein wichtiger Punkt war die Hilfe für Familien. Doris Eyrich von der Uniklinik Würzburg stellte ein Projekt vor, bei dem Angehörige geschult werden, wie sie ihre Verwandten zu Hause besser pflegen. Die Schulungen finden einmal in der Klinik und einmal direkt zu Hause statt. Da das Projekt von der AOK gefördert wird und nur einen Radius von 40 Kilometern um Würzburg abdeckt, profitieren nur Teile des Landkreises Main-Spessart davon.
Auch über die Gewinnung von Personal wurde gesprochen. Landrat Vogel erzählte von einer Reise nach Indien, die er im letzten Jahr für seinen früheren Arbeitgeber gemacht hatte, um dort Fachkräfte zu suchen. Zudem erklärte er, warum die früheren Kreisseniorenzentren nun unter der Heroldstiftung zusammengefasst wurden. Das soll helfen, in Gemünden und Marktheidenfeld neue Heime zu bauen.
Einige praktische Ergebnisse gibt es bereits. So wurde ein gemeinsames „Stammblatt Pflege“ entwickelt, das den Wechsel zwischen ambulanter und stationärer Pflege einfacher machen soll. Ab Oktober startet zudem eine Imagekampagne, um den Pflegeberuf attraktiver zu machen. Für Angehörige gibt es zudem das Projekt „AlltagsHELDEN Main-Werntal“.
In der nächsten Zeit will sich die Konferenz mehr auf ehrenamtliche Helfer und die Folgen der Pflegereform konzentrieren. Die Arbeitsgruppen treffen sich bereits im Oktober und November wieder. Die nächste große Pflegekonferenz ist für das zweite Quartal 2027 geplant.