Osterwald: Verwaiste Luchsin zurück in die Freiheit
Im Osterwald (Landkreis Hameln-Pyrmont) gibt es einen neuen Bewohner. Am Freitag haben Umweltminister Christian Meyer und Agrarstaatssekretärin Frauke Patzke eine einjährige Luchsin in die Freiheit entlassen. Auch Vertreter der Nationalparkverwaltung Harz, des Landkreises und der Jägerschaft Hameln-Pyrmont waren dabei.
Die Geschichte des Tieres begann im August 2025. Damals fanden Mitarbeiter des Nationalparks Harz die Luchsin im Landkreis Goslar. Sie war verwaist und konnte dort nicht überleben. In den letzten zwölf Monaten wurde sie in der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen gesund gepflegt und auf ein Leben in der Natur vorbereitet.
Die Experten haben sich bewusst für das Weser-Leine-Bergland entschieden. Im Harz gibt es zwar schon viele Luchse, aber dort ist der Konkurrenzkampf um die Reviere groß. Im Osterwald hat die Luchsin mehr Platz und weniger Stress mit Artgenossen. Zudem leben dort bereits männliche Luchse, was die Chance auf Nachwuchs erhöht. Das Ziel ist es, dass die Population auch in Richtung Süntel und Deister wächst.
Damit die Fachleute wissen, wo sich das Tier einrichtet, trägt die Luchsin für die nächsten Monate einen Halsbandsender. So kann man ihren Weg genau verfolgen.
Das Projekt ist Teil einer größeren Strategie. Im Harz leben inzwischen über 160 Luchse, was die größte Gruppe in Deutschland ist. Trotzdem gilt die Art in Niedersachsen als vom Aussterben bedroht, weil die Gruppen zu isoliert voneinander leben. Das führt zu Inzucht, was die Tiere langfristig gefährdet. Durch die Auswilderungen sollen die verschiedenen Gebiete besser vernetzt werden.
Vor etwa 200 Jahren hatten Menschen den Luchs in Mitteleuropa fast komplett ausgerottet. Seit den 2000er Jahren versucht man mit dem „Luchsprojekt Harz“, die Tiere wieder anzusiedeln. Zuerst wurden 24 Luchse im Nationalpark ausgesetzt, mittlerweile breiten sie sich bis in die Nachbarländer aus.