Osterode am Harz: Sanierung der Schachtrupp-Villa wird teurer
In Osterode am Harz (Landkreis Göttingen, Niedersachsen) gibt es schlechte Nachrichten aus dem Bauprojekt Schachtrupp-Villa. Die Sanierung des Gebäudes kostet die Stadt erneut mehr Geld als geplant. Jetzt fehlen plötzlich weitere 750.000 Euro, um die Arbeiten fertigzustellen.
Das ist nicht das erste Mal, dass die Kosten nach oben schießen. Schon im letzten Jahr musste der Rahmen angepasst werden. Damals kamen massive Schäden zum Vorschein, die man vorher nicht sehen konnte. Besonders schlimm war ein Befall mit echtem Hausschwamm. Zudem mussten das Fachwerk, die Decken, der Sockel und der Dachstuhl aufwendiger saniert werden als gedacht. Auch die Entfernung von Schadstoffen kostete extra.
Die neuen Mehrkosten von 750.000 Euro kommen nicht durch eine einzige große Sache zustande. Stattdessen haben viele verschiedene Firmen kleinere Beträge geltend gemacht. Die Preise für Material und Personal sind gestiegen, und es wurde mehr Material verbraucht als berechnet. Vor allem die Verzögerungen beim Bau haben die Rechnung in die Höhe getrieben. Die Abstimmungen mit dem Denkmalschutz und komplizierte Ausschreibungen haben Zeit gekostet. Da die Baustelle länger betrieben werden muss, fallen nun höhere Kosten für die Einrichtung und Entschädigungen an die Firmen an.
Bürgermeister Jens Augat gibt offen zu, dass die Nachricht bitter ist, besonders im Hinblick auf die anstehende Kommunalwahl. Er betont jedoch, dass bereits Millionen in das Projekt geflossen sind und man es jetzt zu Ende bringen muss. Der Stadtrat hat deshalb einstimmig beschlossen, das Geld bereitzustellen. Zunächst schiebt die Stadt die Summe innerhalb des Haushalts 2026 von anderen Investitionen um. Später muss das Geld über einen Nachtragshaushalt wieder an die ursprünglichen Stellen zurückgeholt werden.
Ein Problem bleibt: Die Stadt kann derzeit nicht genau sagen, wie hoch die Gesamtkosten am Ende sein werden. Da viele Kosten erst nach Abschluss der Arbeiten feststehen, könnten weitere Forderungen auf die Stadt zukommen.
Trotz des Geldstresses gibt es gute Nachrichten beim Baufortschritt. Anfang September soll das Gerüst verschwinden, sodass die historische Fassade wieder voll sichtbar wird. Im Inneren sind die Dielen im Dachgeschoss fertig, und im Treppenhaus laufen die Restaurierungen. Im September starten zudem die Arbeiten an den Außenanlagen. Wenn alles klappt, wird die Villa bald als moderne Stadtbibliothek ein Ort für Bildung und Kultur in der Stadt.