Oldenburg: Großeinsatz gegen Betrug in der Securitybranche
Die Beamten waren bereits in den frühen Morgenstunden im Einsatz. Insgesamt 150 Zöllner aus Oldenburg, Bremen und Osnabrück suchten gleichzeitig zwölf verschiedene Objekte ab. Die Durchsuchungen fanden in Oldenburg (Niedersachsen), Delmenhorst sowie in den Landkreisen Ammerland, Cloppenburg, Diepholz, Oldenburg und Vechta statt.
Im Visier der Ermittler stehen fünf Menschen aus der Sicherheitsbranche. Die Verdächtigen sind zwischen 25 und 42 Jahre alt. Die Beamten beschlagnahmten bei den Razzien wichtige Beweise. Dazu gehören Geschäftsunterlagen, Datenträger und Mobiltelefone. Diese müssen nun genau ausgewertet werden.
Die fünf Beschuldigten sollen ein System aus Subunternehmen aufgebaut haben, um Geld zu sparen. Dabei nutzten sie einen sogenannten Kettenbetrug. Das bedeutet: Es wurden Rechnungen für Leistungen geschrieben, die es in echt gar nicht gab. Mit diesen Scheinrechnungen wurde ein Kreislauf aus Schwarzgeld geschaffen. So konnten die Verantwortlichen die Sozialversicherungsbeiträge für ihre Arbeiter hinterziehen oder nur einen Teil davon zahlen. Die Mitarbeiter wurden dann oft illegal oder nur zu einem geringen Lohn angemeldet und den Rest bar aus Schwarzgeld bezahlt.
Damit das Geld nicht verschwindet, hat das Amtsgericht Oldenburg bereits reagiert. Es wurden Arrestanordnungen über rund 220.000 Euro gegen eines der Firmenvermögen erlassen. Dieses Geld soll im Zuge des Einsatzes gepfändet werden.
Die Ermittlungen dauern an. Ob und inwieweit sich die Verdächtigen strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft Oldenburg. Es gilt die Unschuldsvermutung.