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Obertshausen und Offenbach: Tuning-Fahndung mit drei Sicherstellungen

Die Polizei jagte am Mittwochnachmittag illegale Umbauten und Raser. Drei Fahrer wurden erwischt und ihre Fahrzeuge mussten sie abgeben.

Gegen 15.45 Uhr starteten Spezialisten der Polizei auf der Bundesstraße 448 bei Obertshausen (Landkreis Offenbach, Hessen). Dabei fiel ihnen ein Honda Civic auf. Die Beamten hörten schon aus der Ferne, dass die Abgasanlage viel zu laut war. Doch plötzlich wurde der Wagen ungewöhnlich leise. Die Polizisten stoppten den 54-jährigen Fahrer aus Hainburg.

Der Mann gab sofort zu, dass er eine verbotene Fernbedienung eingebaut hatte. Damit konnte er die Abgasklappen steuern. Weil die Betriebserlaubnis für den Honda dadurch erloschen war, nahmen die Beamten das Auto mit. Ein Gutachter muss das Fahrzeug nun genau prüfen. Der Fahrer muss mit einem Bußgeld von 90 Euro und den Kosten für das Verfahren rechnen.

Kurz darauf, gegen 17.10 Uhr, passierte auf dem Offenbacher Spessartring etwas Ähnliches. Eine Harley-Davidson war extrem laut. Der 59-jährige Fahrer aus Offenbach behauptete erst, die Steuerung der Klappen sei kaputt und er wolle gerade zu einem Bekannten, um das zu reparieren. Auf dem Gelände des Polizeipräsidiums funktionierte die Technik jedoch plötzlich wieder einwandfrei. Eine Messung ergab 98,8 Dezibel – erlaubt waren nur 88. Auch dieses Motorrad wurde sichergestellt und geht zum Gutachter. Der Fahrer zahlt ebenfalls 90 Euro Bußgeld plus die Kosten für das Gutachten.

Zum Abschluss der Kontrollen entdeckten die Beamten auf der Mühlheimer Straße in Offenbach ein E-Bike. Der 38-jährige Fahrer aus Mühlheim raste mit über 40 km/h dahin, ohne in die Pedale zu treten. Die Polizisten kannten das Gefährt bereits, da der Mann vor einigen Wochen bei einer Kontrolle geflohen war. Diesmal stoppten sie ihn und fanden einen Gasgriff am Lenker. Der Fahrer gestand, dass eine manipulierte Software installiert war. Das Fahrrad wurde ebenfalls sichergestellt.

Bei der Kontrolle fiel den Beamten zudem auf, dass der Mann unter Drogen stehen könnte. Ein Urintest reagierte positiv auf THC. Die Polizei ließ deshalb Blut abnehmen. Der Mann wurde danach entlassen, muss sich aber nun wegen mehrerer Vorwürfe verantworten. Er wird beschuldigt, ohne Fahrerlaubnis und unter Drogeneinfluss gefahren zu sein. Zudem soll er gegen das Pflichtversicherungsgesetz verstoßen haben.

Die Ermittlungen dauern an. Ob und inwieweit sich die Fahrer strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Quelle: Polizeipräsidium Südosthessen – zur Originalmeldung

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