Ober-Ramstadt zeigt Ausstellung zur ehemaligen Synagoge
Am Donnerstag, den 13. August 2026, wurde im Foyer des Rathauses in Ober-Ramstadt (Landkreis Darmstadt-Dieburg, Hessen) die Ausstellung „Synagoge in Ober-Ramstadt“ eröffnet. Bürgermeister Tobias Silbereis begrüßte die vielen Bürger, die zur Eröffnung kamen. Auch die Organisatoren Ulrich Carthaus und Reinhold Reinmöller erklärten den Gästen, wie das Projekt zustande kam.
Die Idee dazu hatte Stadthistoriker Reinhold Reinmöller. Er hatte von einer virtuellen Rekonstruktion zerstörter Synagogen durch Studenten der TU Darmstadt gelesen. Für Ober-Ramstadt wäre eine solche digitale Lösung jedoch zu kompliziert gewesen. Stattdessen griffen die Verantwortlichen auf die Schätze im Stadtarchiv zurück. Dort sind die Original-Baupläne der ehemaligen Synagoge und der sogenannten „Judenschule“ noch vorhanden. In dieser Schule befand sich damals auch die Mikwe, das rituelle Tauchbad der jüdischen Gemeinde. Alte Fotos, unter anderem vom Brand der Synagoge, ergänzen die Unterlagen.
Auf Basis dieser Pläne konnte man die alte Bebauung in der Hammergasse wieder lebendig machen. Alfred Helm, der auch im Repair-Café der Petri-Villa aktiv ist, druckte die Synagoge und die Nachbarhäuser im Maßstab 1:50 mit einem 3-D-Drucker aus. Den Anstoß dazu gab Ursula Scholz vom Museumsverein.
Diese Modelle sind das Zentrum der Ausstellung. Zusätzlich gibt es Displays mit alten Texten und Bildern. Sie erzählen, wie die Synagoge entstand und wie sie am 10. November 1938 während der Novemberpogrome der Nationalsozialisten zerstört wurde. Die Ausstellung beleuchtet zudem die Schicksale der Verfolgten und die Stolpersteine, die in Ober-Ramstadt verlegt wurden.
Heute steht in der Hammergasse nur noch ein Mahnmal aus dem Jahr 1983. Die neuen Modelle sollen den Besuchern nun zeigen, wie der Ort früher wirklich aussah und so ein wichtiges Stück Stadtgeschichte bewahren.
Die Ausstellung ist seit dem 13. August im Foyer des Rathauses für alle Besucher zugänglich.