Nordhessen: Polizei jagt zu schnelle Fahrer vor Schulen
Seit dem Ende der Sommerferien war die Polizei in Nordhessen verstärkt vor Schulen und Kindertagesstätten unterwegs. Unter dem Namen „Blitz for Kids“ wurden Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Das Besondere dabei: Schülerinnen und Schüler halfen den Beamten bei der Aktion.
Insgesamt suchten die Einsatzkräfte 40 Messstellen ab. Die Kontrollen fanden im Schwalm-Eder-Kreis, im Werra-Meißner-Kreis, in den Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Kassel sowie in der Stadt Kassel (Hessen) statt. Die Beamten überprüften insgesamt 12.622 Fahrzeuge. Dabei waren 1.338 Fahrer zu schnell unterwegs. Das bedeutet, dass etwa jeder zehnte Autofahrer das Tempolimit missachtete.
Die Zahlen variierten je nach Region stark. Im Schwalm-Eder-Kreis war die Quote mit 27,6 Prozent am höchsten. Auch in der Stadt Kassel waren viele zu schnell, hier waren es 13,9 Prozent. Am rücksichtsvollsten fuhren die Menschen im Landkreis Kassel, wo nur 5,8 Prozent der Fahrer zu schnell waren. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg lag mit 7,1 Prozent und der Werra-Meißner-Kreis mit 10,5 Prozent im Mittelfeld.
Für zwei Autofahrer wurde es besonders teuer. Sie waren so schnell unterwegs, dass sie nun nicht nur ein Bußgeld zahlen und Punkte in Flensburg bekommen, sondern vermutlich auch ein Fahrverbot erhalten.
Neben den Strafzetteln ging es der Polizei vor allem darum, die Fahrer zu warnen. Kinder sind klein und oft unvorhersehbar, weshalb schon ein paar Kilometer zu viel den Bremsweg gefährlich verlängern können. Deshalb gab es ein System mit Karten: Wer sich an die Regeln hielt und angehalten wurde, bekam von den Schülern und der Polizei eine grüne Karte als Lob. Wer zu schnell war, erhielt eine gelbe Karte als Warnung. Insgesamt wurden bisher 289 grüne und 91 gelbe Karten verteilt.
Die Polizei möchte mit dieser Aktion dafür sorgen, dass der Schulweg für die Kinder sicherer wird. Weitere Angaben liegen bislang nicht vor.