Nordhausen: Betrüger tricksen Seniorin um 130.000 Euro aus
Es begann am Dienstagnachmittag in der Rolandstadt in Nordhausen (Thüringen). Zwischen 12.15 Uhr und 15.45 Uhr erhielt eine 87-jährige Frau mehrere Anrufe. Die Nummer war unterdrückt, obwohl die Anrufe aus Nordhausen kamen.
Am Telefon gaben sich die Männer als Ärzte aus. Sie erzählten der Seniorin eine schreckliche Geschichte: Ihre Tochter sei in einem Klinikum wegen einer akuten Krebserkrankung in Behandlung. Die Betrüger behaupteten, es gäbe ein spezielles Medikament, das die Heilungschancen deutlich erhöhen könne. Allerdings müsse die Mutter dieses Medikament vorfinanzieren.
Zuerst forderten die Täter eine Summe von 185.000 Euro. Schließlich einigten sie sich mit der Frau auf 130.000 Euro. Gegen 15.45 Uhr kam ein Mann direkt in die Wohnung der Seniorin und nahm das Bargeld entgegen.
Die Frau beschrieb den Mann als etwa 175 cm groß und schlank. Er hatte kurze schwarze Haare, sprach akzentfreies Deutsch und trug eine schwarze Stoffjacke sowie weiße Turnschuhe. Das Geld transportierte er in einer braunen Geldtasche, die etwa 50 mal 30 Zentimeter groß war.
Nach der Tat flüchtete der Mann vermutlich in Richtung Bahnhofstraße, Rautenstraße, Lohmarkt, Neustadtstraße, Heinrich-Zille-Straße, Arnoldstraße, Auf dem Sand, Grimmelallee, Grimmel oder Weidenstraße. Die Polizei vermutet, dass er gegen 15.45 Uhr auf einem Parkplatz eines Discounters oder Getränkemarktes in ein Auto mit auswärtigem Kennzeichen stieg.
Die Polizei warnt nun eindringlich vor solchen Maschen. Man solle skeptisch sein, wenn Fremde am Telefon Geld fordern oder Druck aufbauen. Besonders bei unterdrückten Nummern ist Vorsicht geboten. Zudem wird geraten, niemals Fremde in die eigene Wohnung zu lassen.
Die Ermittlungen dauern an. Wer Hinweise zum Täter oder zum Fluchtfahrzeug hat, kann sich unter der Telefonnummer 03631/960 an die Kriminalpolizeiinspektion Nordhausen wenden.
Quelle: Landespolizeiinspektion Nordhausen – zur Originalmeldung