Norddeutsche Länder fordern Hilfe bei Energiekrise
In Bremen (Bundesland Bremen) kam die Konferenz Norddeutschland zusammen. Auf Einladung von Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte trafen sich die Vertreter der norddeutschen Länder mit Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Der Grund für das Treffen ist die angespannte Lage auf dem Energiemarkt. Russland hat die Gas-Lieferungen Mitte Juni gedrosselt, was nun Druck auf den Norden ausübt.
Minister Habeck stellte klar, dass die Energiesicherung mittlerweile eine Frage der Sicherheit für ganz Deutschland und Europa ist. Deshalb hat der Bundesrat ein großes Paket geschnürt, um den Ausbau von Wind- und Solaranlagen zu beschleunigen. Diese Projekte haben nun Vorrang, damit das Tempo bei den Erneuerbaren steigt.
Die Politiker aus dem Norden wollen diese Chance nutzen. Bürgermeister Bovenschulte betonte, dass der Norden durch die Windparks an Land und auf See ideal für die Herstellung von grünem Wasserstoff sei. Damit das klappt, fordert er vom Bund mehr Geld, um Anlagen für die Wasserstoffgewinnung in der Region anzusiedeln.
In Hamburg sorgt sich Bürgermeister Peter Tschentscher vor allem um die Industrie und die privaten Verbraucher. Wenn das Gas aus Russland weiter ausbleibt, droht eine kritische Lage. Er fordert deshalb, den Gasverbrauch sofort so weit wie möglich zu senken und die Vorräte schnell aufzufüllen.
Auch in anderen Ländern gibt es konkrete Pläne. In Mecklenburg-Vorpommern will man über den Hafen Rostock die Raffinerie in Schwedt mit Öl versorgen. Zudem soll ein weiteres LNG-Terminal in Lubmin die Gasversorgung verbessern. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein fordern die Verantwortlichen einfachere Genehmigungen für Windräder und eine faire Verteilung der Kosten für die Stromnetze.
Das Treffen ist Teil einer engeren Zusammenarbeit, die bereits im April in Kiel beschlossen wurde. Die Nordländer wollen sicherstellen, dass ihre Strategie für Wasserstoff funktioniert und die Netzentgelte reformiert werden, damit die Kosten für den Ausbau der Energieversorgung gerecht verteilt werden.
Ob und wie der Bund die geforderte finanzielle Unterstützung und die Reformen der Netzentgelte umsetzt, bleibt abzuwarten. Die Gespräche zwischen den Ländern und der Bundesregierung dauern an.