Zum Inhalt springen
newssofort.de

Niedersächsische Küste: Seehund-Nachwuchs bleibt auf hohem Niveau

Die neuesten Zählungen aus der Luft zeigen: Es gibt viele junge Seehunde im Wattenmeer. Die Tiere machen zudem einen gesunden Eindruck.

An der Küste von Niedersachsen gibt es gute Nachrichten für die Natur. In diesem Sommer haben Experten 2.395 junge Seehunde gezählt. Das sind sogar 60 Tiere mehr als im Vorjahr. Insgesamt wurden im Wattengebiet zwischen der Ems und der Elbe 7.957 Tiere gesichtet. Das sind zwar knapp 450 Tiere weniger als im letzten Jahr, aber Experten sagen, dass solche Schwankungen ganz normal sind.

Um die Tiere zu zählen, sind Wissenschaftler und ehrenamtliche Jäger zwischen dem 9. Juni und dem 21. August insgesamt zehnmal mit dem Flugzeug gestartet. Sie flogen in zwei großen Abschnitten: einmal vom Dollart bis zur Insel Wangerooge und einmal vom Jadebusen über Cuxhaven bis zur Elbe. Die Flüge dauerten jeweils bis zu vier Stunden. Das Wetter spielte meistens mit, sodass die Tiere ruhig auf den Sandbänken liegen blieben und gut zu sehen waren. Nur zwei Flüge mussten wegen schlechten Wetters verschoben werden.

Die Seehunde sehen gesund und munter aus. Das ist wichtig, weil sie als sogenannte Top-Prädatoren zeigen, wie es dem gesamten Lebensraum Wattenmeer geht. Wenn es den Seehunden gut geht, spricht das auch für eine gute Wasserqualität und genügend Fisch im Meer. In den Laboren in Oldenburg, Hannover und Braunschweig wurden zudem tote Tiere untersucht, die an den Strand gespült wurden. Dabei fanden die Experten keine Anzeichen für gefährliche Viruserkrankungen wie die Vogelgrippe oder die Seehundstaupe.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, warum diese Zählungen so wichtig sind. In den Jahren 1988 und 2002 gab es schwere Seuchen, die den Bestand massiv dezimiert haben. Damals starben tausende Tiere, und es gab kaum Nachwuchs. Dass die Zahlen heute stabil sind, ist ein Erfolg. Zwar finden die Forscher immer wieder Parasiten in der Lunge oder im Darm der Tiere, was bei Wildtieren vorkommt, aber es wird genau beobachtet, ob Umweltgifte das Immunsystem der Tiere schwächen.

Die Zählungen laufen nach einem internationalen Plan ab, damit die Tiere nicht doppelt gezählt werden, wenn sie zwischen Deutschland, Dänemark und den Niederlanden hin- und herwandern. Im Herbst werden nun alle Daten der verschiedenen Länder zusammengeführt und ausgewertet.

Quelle: Landesportal Niedersachsen – zur Originalmeldung

← Zurück zur Übersicht