Zum Inhalt springen
newssofort.de

Niedersachsen startet Masterplan gegen Wassernot und Fluten

Das Land will mit einem neuen Strategieplan und Millionen-Förderungen verhindern, dass Brunnen versiegen oder Städte bei Starkregen absaufen.

In Niedersachsen wird die Klimakrise immer spürbarer. Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist es im Schnitt bereits um 2,4 Grad wärmer geworden. Das hat Folgen: An fast allen Messstationen im Land gab es im Juni extreme Hitze. Die Folge ist, dass das Wasser knapp wird. Bei fast der Hälfte der Messstellen ist das Grundwasser auf einem sehr niedrigen Level. An einigen Punkten wurden sogar Rekordtiefstände gemessen.

Umweltminister Christian Meyer warnt, dass die Konkurrenz um das Wasser zunimmt. Während die Vorräte im Boden sinken, brauchen Haushalte, die Industrie und die Landwirtschaft immer mehr. Wenn die Gewässer zu heiß und trocken werden, sterben die Fische – so passierte es kürzlich im Maschsee und im Steinhuder Meer. Gleichzeitig drohen im Winter mehr Hochwasser und heftige Regenfälle.

Deshalb hat der Minister heute in Hannover (Niedersachsen) den sogenannten Masterplan Wasser vorgestellt. Das ist eine Art Fahrplan, um die Wasserversorgung für die Zukunft zu sichern. Ein wichtiger Teil ist das Programm „KliKoNI“. Dafür sind 120 Millionen Euro geplant. Damit können Gemeinden zum Beispiel Flächen entsiegeln, damit Regenwasser besser versickert, oder mehr Grün in die Städte bringen. Die Kommunen sollen dabei selbst entscheiden dürfen, was bei ihnen am wichtigsten ist.

Auch rechtlich wird nachgebessert. Ein neues Wassergesetz soll dafür sorgen, dass Maßnahmen wie der Schutz vor Hochwasser oder die Wiederherstellung von Mooren schneller gehen. Zudem gibt es ein neues Programm für die Landwirtschaft: Jedes Jahr sollen 10 Millionen Euro fließen, um die Streifen direkt an den Gewässern ökologisch aufzuwerten.

Einige Projekte laufen bereits. In Braunschweig wurde zum Beispiel aus einem alten Parkplatz ein kleiner Park. Bei der Schunter zwischen Beienrode und Ochsendorf wurde der Fluss naturnah umgestaltet, damit das Wasser langsamer abfließt und Fische wieder einen Lebensraum haben.

Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Wasserknappheit langfristig zu stoppen, wird die Zeit zeigen. Die Details zum gesamten Plan stehen nun auf der Website des Umweltministeriums.

Quelle: Landesportal Niedersachsen – zur Originalmeldung

← Zurück zur Übersicht