Niedersachsen: Millionenverluste durch Internet-Betrug
Die Zahlen zur Internet-Kriminalität in Niedersachsen (Norddeutschland) für das Jahr 2025 liegen vor. Insgesamt gab es 30.702 Straftaten im digitalen Raum. Das ist fast genauso viel wie im Vorjahr. Besonders oft kam es zu Computerbetrug. In 20.436 Fällen haben Kriminelle Computer missbraucht, um Geld zu stehlen. Der Schaden hier betrug 26 Millionen Euro.
Ein großes Problem ist das Onlinebanking. Betrüger haben Zugangsdaten durch gefälschte Seiten, sogenannte Phishing-Seiten, gestohlen. Damit konnten sie Konten leeren. Allein bei diesen Angriffen verloren die Opfer 13,5 Millionen Euro. Insgesamt wurden 2.257 solcher Fälle gezählt.
Auch Erpressungssoftware, die sogenannte Ransomware, war im Einsatz. Dabei verschlüsseln Täter die Daten von Firmen oder Behörden und fordern Geld für die Freigabe. Wenn die Opfer nicht zahlen, drohen die Täter damit, die privaten Daten im Netz zu veröffentlichen. In Niedersachsen gab es 2025 insgesamt 67 solcher Angriffe. Der Schaden lag bei 1,4 Millionen Euro.
Ein spezieller Fall betraf eine Biogasanlage in Niedersachsen. Eine Gruppe aus dem pro-russischen Umfeld sabotierte die Anlage über das Internet. Dabei entstanden Schäden von fast 36.000 Euro. Zudem gab es 16 Überlastungsangriffe auf Netzwerke, die oft politische Gründe hatten.
Die Polizei in Hannover konnte eine große Betrügergruppe stoppen. Deutsche Beschuldigte hatten Fakeshops gebaut, um an Bankdaten zu kommen. Diese Daten verkauften sie im Internet an andere Täter. Die Betrüger gaben sich dann am Telefon als Bankmitarbeiter aus, um das Geld zu stehlen. Die Ermittler mussten mit Polizei aus vielen Ländern wie Polen, Tschechien und Singapur zusammenarbeiten, um die Gruppe zu fassen.
Insgesamt lag der Schaden aller Internet-Straftaten im Jahr 2025 bei 217,5 Millionen Euro. Innenministerin Daniela Behrens will deshalb mehr Spezialisten einstellen. In diesem Jahr kommen 20 neue Experten für das Internet der Dinge und die IT in Autos hinzu. Für 2027 sind weitere Fachleute für die digitale Forensik geplant.
Die Ermittlungen in den einzelnen Fällen dauern an. Ob und inwieweit sich alle Verdächtigen strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.