Niedersachsen: Fördergelder für Ehrenamt in Minuten weg
Am Morgen des 1. September 2026 ging es in Niedersachsen (Bundesland) schnell. Um Punkt 8 Uhr wurde das Online-Portal für die sogenannte Mikroförderung freigeschaltet. Nur 13 Minuten später war das Geld weg. In dieser kurzen Zeit wurden die gesamten 800.000 Euro, die das Land bereitgestellt hatte, komplett beantragt.
Das Programm ist eigentlich simpel gedacht: Vereine, Kirchen, Initiativen oder auch Privatpersonen können sich kleine Summen zwischen 100 und 2.500 Euro holen. Damit sollen zum Beispiel neue Geräte gekauft, Nachbarschaftsprojekte gestartet oder Angebote für Jugendliche finanziert werden. Es geht darum, dass kleine Ideen schnell umgesetzt werden können, ohne dass man riesige Anträge schreiben muss.
Ministerin Daniela Behrens sieht in dem Ansturm ein starkes Signal. Die Menschen im Land würden Verantwortung übernehmen und sich aktiv für ihre Mitmenschen einsetzen. Die hohe Nachfrage zeige, wie wichtig solche unkomplizierten Hilfen für die Arbeit vor Ort sind.
Es ist nicht das erste Mal, dass das Geld so schnell weg ist. Schon bei der ersten Runde Anfang des Jahres war das Budget von einer Million Euro schnell aufgebraucht. Damals reichten zwei Tage aus, um 576 Anträge zu sammeln. Insgesamt standen im Jahr 2026 also 1,8 Millionen Euro zur Verfügung.
Monika Fricke von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (LAGFA), die das Programm im Auftrag des Landes steuert, erklärt, dass oft schon ein paar hundert Euro den Unterschied machen. Viele hätten gute Ideen, bräuchten aber genau diesen kleinen Startschuss, um ein Projekt für die Gemeinschaft zu realisieren.
Eine unabhängige Prüfung des Programms hatte bereits gezeigt, dass die Mikroförderung funktioniert. Viele Projekte wären ohne das Geld gar nicht erst entstanden. Zudem konnten Vereine ihre Arbeit besser sichtbar machen und mehr Angebote für die Menschen in ihrer Umgebung schaffen.