Nidderau verzeichnet Anstieg der Arbeitslosenzahlen
Die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt in Nidderau (Main-Kinzig-Kreis, Hessen) ist angespannt. Im Juni waren über 500 Menschen in der Stadt arbeitslos gemeldet. Zwar ist die Zahl im Vergleich zum Vormonat leicht gesunken, doch der Blick zurück auf das letzte Jahr zeigt ein anderes Bild: Seit Juni 2025 sind 40 Menschen neu in die Arbeitslosenversicherung gerutscht.
Besonders deutlich ist der Anstieg bei den Menschen, die Grundsicherung beziehen. Hier gibt es seit einem Jahr 65 Menschen mehr als zuvor. Heike Hengster von der Agentur für Arbeit in Hanau erklärt dies mit der allgemeinen Wirtschaftskrise. Vor allem in der Industrie werden im Main-Kinzig-Kreis jeden Monat Stellen gestrichen. Neue Jobs entstehen derzeit fast nur noch in der Pflege oder in der öffentlichen Verwaltung. Wer Angst um seinen Job oder Ausbildungsplatz hat, soll sich laut Hengster an die Arbeitsagentur wenden.
Bürgermeister Andreas Bär möchte nun versuchen, den Trend zu stoppen. Die Stadt setzt dabei auf eine verstärkte Wirtschaftsförderung und weist neue Gewerbegebiete aus. Auch die Gewerbesteuer soll mit einem Hebesatz von 390 Prozentpunkten attraktiv bleiben, womit Nidderau im hessischen Vergleich im unteren Mittelfeld liegt. Neben der guten Verkehrsanbindung will die Stadt auch mit Kultur- und Freizeitangeboten punkten, damit Menschen dort wohnen und arbeiten wollen.
Das Problem ist kein Einzelfall für Nidderau. In fast allen Gemeinden der Region steigen die Zahlen. Nur sechs von 28 Städten und Gemeinden konnten die Quote halten oder die Zahl der Arbeitslosen leicht senken. Bär weist zudem auf ein Paradoxon hin: Während die Zahl der Stellen insgesamt sinkt, fehlen gleichzeitig weiterhin Fachkräfte.
Quelle: Nidderau – zur Originalmeldung