Neuwied zieht Bilanz zur kinderfreundlichen Kommune
Neuwied (Rheinland-Pfalz) wollte eine Stadt werden, in der sich Kinder und Jugendliche richtig wohlfühlen. Im September 2023 bekam die Stadt dafür als erste in ganz Rheinland-Pfalz ein spezielles Siegel. Jetzt, drei Jahre später, schaut die Stadtverwaltung auf die Ergebnisse: Von 14 geplanten Maßnahmen wurden zwölf komplett erledigt. Eine weitere ist teilweise fertig, die letzte steckt noch in den Anfängen.
Es ging dabei nicht nur darum, ein paar neue Angebote zu schaffen. Die Stadt wollte, dass junge Menschen mehr mitreden dürfen. Ein Beispiel ist das Format „Frag doch mal den Bürgermeister“. Hier kommen jedes Jahr etwa 240 Kinder und Jugendliche direkt mit Bürgermeister Peter Jung ins Gespräch. Sie können ihm sagen, was sie stört oder was sie sich wünschen. Auch bei der Planung von Spielplätzen müssen die Wünsche der Kinder jetzt zwingend beachtet werden, weil der Stadtrat das so beschlossen hat.
Mit dem Projekt „Check dein Viertel“ ziehen Jugendliche durch ihre Stadtteile. Sie schauen genau hin, wo sie gerne Zeit verbringen oder wo es im Straßenverkehr gefährlich ist. Für eigene Ideen gibt es mit dem Budget „Lasst uns mal ran!“ sogar Geld. Zudem profitierten über 1.000 Kinder vom sogenannten „Neuwieder Weg“, einem Fördermodell mit insgesamt 60.000 Euro für Sport, Gesundheit und Kultur.
Nicht alles lief perfekt. Beim Ausbau der Kitas war die Stadt langsamer als geplant. Das lag an Problemen mit den Trägern, neuen Gesetzen oder kurzfristigen Sanierungen an Gebäuden. Auch ein geplanter Mobilitätsmanager für sicherere Schulwege konnte nicht eingestellt werden. Trotzdem fließen die Beobachtungen der Kinder aus den Viertel-Checks in die Planung ein.
In der Verwaltung arbeitet man nun enger zusammen. Eine neue Taskforce bringt das Jugendamt, die Schulverwaltung und die Bauverwaltung an einen Tisch. So wird verhindert, dass jedes Amt nur sein eigenes Ding macht, während die Kinder in der Realität ja durch die ganze Stadt laufen.
Ob das Programm weitergeht, entscheidet nun der Stadtrat. Erste Ideen für die Zukunft wurden bereits in Werkstätten gesammelt. Die Ergebnisse der ersten Phase werden am Dienstag, den 25. August, öffentlich vorgestellt. Die Sitzung des Jugendhilfeausschusses beginnt um 16.30 Uhr im Amalie-Raiffeisen-Saal der Volkshochschule Neuwied. Ab etwa 17 Uhr kann jeder Besucher eine Ausstellung zu den 14 Maßnahmen anschauen und mit den Verantwortlichen sprechen.
Quelle: Neuwied – zur Originalmeldung