Neutraubling: Solaranlage auf dem Rathaus nimmt Gestalt an
Im Rathaus von Neutraubling (Landkreis Regensburg, Bayern) schreitet die Sanierung voran. Aktuell werden die Solarmodule auf den Dachflächen montiert. Damit die Anlage nicht aus dem Stadtbild fällt, haben sich der Stadtrat und die Planer für besondere Bauteile entschieden.
An den Außenseiten der Gebäude, die zur Regensburger Straße zeigen, kommen rote Aufdachmodule zum Einsatz. Auch die Rahmen dieser Module sind rot lackiert. So haben sie eine ähnliche Farbe wie die Dachziegel und fallen erst auf den zweiten Blick auf. Weil rote Module je nach Lichteinfall manchmal fast schwarz wirken können, wurden verschiedene Hersteller im Vorfeld verglichen, um die passende Optik zu finden.
Noch spezieller wird es an den Dächern, die zum Innenhof zeigen. Dort kommen Solarziegel zum Einsatz. Bei diesen sind die Solarzellen direkt in die Ziegel eingebaut. Das ist praktisch, weil so trotz der komplizierten Form des Dachs viel Fläche für den Strom genutzt werden kann. Da die Optik erhalten bleibt, nutzt man solche Ziegel oft auch bei denkmalgeschützten Häusern.
Die Montage der Ziegel ist zwar aufwendiger als bei normalen Modulen, aber das System ist sicher: Jeder Ziegel hat einen eigenen Anschluss. Wenn also ein Teil kaputtgeht, produziert der Rest der Anlage trotzdem weiter Strom. Ein weiterer Vorteil ist, dass Tauben keine Chance haben, unter den Solarziegeln zu nisten. Bei den Modulen auf der Nordseite wird dieses Problem mit speziellen Schutzgittern gelöst.
Die Stadt finanziert die Technik unter anderem mit Fördergeldern und Mitteln der Europäischen Union (EFRE). Die Anlage ist Teil eines Klimaschutzkonzepts aus dem Jahr 2023. Wer sehen möchte, wie es aussieht: An der Nordseite ist die neue Fassade und das Dach mit den roten Modulen bereits ohne Gerüst zu sehen.