Neumünster: Betrüger lockt 90-Jährige mit Schockanruf
Einem Mann ist es in Neumünster (Schleswig-Holstein) gelungen, eine 90-jährige Frau mit einer grausamen Lüge zu täuschen. Zuerst erhielt die Seniorin einen Anruf. Der Mann am Telefon gab sich als Polizeikommissar Kremer aus. Er behauptete, die Tochter der Frau hätte einen schweren Autounfall verursacht, bei dem ein Kind gestorben sei.
Die Frau sollte glauben, ihre Tochter sitze nun im Gefängnis. Nur gegen eine Kaution könne sie freikommen. Der vermeintliche Polizist fragte die Seniorin daraufhin gezielt nach Bargeld, Gold oder Münzsammlungen.
Kurz darauf, zwischen 11:15 Uhr und 13:00 Uhr, tauchte ein unbekannter Mann an der Haustür der Frau in der Sudetenlandstraße auf. Weil sie dem Anrufer vertraute, übergab sie dem Mann einen niedrigen fünfstelligen Bargeldbetrag.
Der Mann, der das Geld abholte, war etwa 20 bis 30 Jahre alt und schlank. Er trug dunkle Kleidung und eine Schirmmütze. Die Kriminalpolizei Neumünster sucht nun nach Zeugen. Wer Hinweise zur Tat oder zu dem Mann hat, soll sich unter der Telefonnummer 04321-945-0 melden.
Die Polizei nutzt den Vorfall, um vor dieser Masche zu warnen. Beamte fordern niemals Bargeld, Schmuck oder andere Wertsachen. Wer solche Anrufe bekommt, sollte das Gespräch sofort beenden und selbst die 110 wählen. Besonders ältere Menschen sollten über diese Betrugsart informiert werden, da die Täter gezielt mit Angst und Zeitdruck arbeiten.
Ob und inwieweit sich der Verdächtige strafbar gemacht hat, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen dauern an.