Neu-Ulm will demenzfreundlicher für Betroffene werden
In Neu-Ulm (Bayern) soll das Leben für Menschen mit Demenz einfacher werden. Die Stadt möchte eine sogenannte „demenzfreundliche Kommune“ aufbauen. Damit die Idee funktioniert, gab es im Juli erste Informationsveranstaltungen. Das Ganze wird vom Bayerischen Demenzfonds finanziell unterstützt.
An den Terminen nahmen viele Leute teil: normale Bürger, Fachleute, Ehrenamtliche und Leute aus der Politik und Verwaltung. Ein wichtiger Teil war der Vortrag von Dr. med. Frank Hettler aus den ADK Geriatrischen Kliniken Ehingen. Er erklärte unter dem Titel „Demenz verstehen – Wissen verbindet“, was die Krankheit eigentlich ist. Er sprach darüber, wie hart es für die Betroffenen und ihre Familien ist und wie man ihnen im Alltag konkret helfen kann. Danach konnten die Besucher ihre eigenen Fragen stellen und von ihren Erfahrungen berichten.
Ein besonderer Moment war der Auftritt des Theater Luftschloss. Die Gruppe zeigte die Fabel „Nein, ich habe kein Zement“. Das Stück wurde extra für dieses Thema geschrieben und zum ersten Mal aufgeführt. Mit einer Mischung aus Humor und Feingefühl zeigte das Theater, wie das Leben mit Demenz aussieht. Das kam beim Publikum sehr gut an.
Dezernent Ralph Seiffert betonte, dass das große Interesse zeige, wie wichtig das Thema für die Stadt sei. Ziel ist es, dass Betroffene und ihre Familien mehr Unterstützung und Wertschätzung bekommen.
Nach den ersten Treffen wurden bereits Ideen gesammelt. Die Stadt will die Menschen besser für das Thema sensibilisieren und die vorhandenen Hilfsangebote besser vernetzen. Außerdem sollen neue Möglichkeiten für Begegnungen und Unterstützung geschaffen werden.
Jetzt macht das Projekt erst einmal Sommerpause. Danach geht es mit weiteren Veranstaltungen und Formaten weiter, bei denen die Menschen vor Ort mitreden können. Es sollen Strukturen geschaffen werden, damit Menschen mit Demenz weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.
Weitere Details zum genauen Zeitplan der nächsten Schritte liegen bislang nicht vor.
Quelle: Neu-Ulm – zur Originalmeldung