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Naila: Schüler filmen Erinnerungen an DDR-Zeit

Copyright und Urheber siehe Naila

Zehn Jugendliche vom Hochfranken-Gymnasium haben einen Dokumentarfilm gedreht. Darin erzählen Zeitzeugen von Flucht, Diktatur und dem Neuanfang nach der Wende.

Geschichte steht meistens nur in trockenen Schulbüchern. Doch zehn Schüler des Hochfranken-Gymnasiums in Naila (Landkreis Hof, Bayern) wollten wissen, wie es sich wirklich angefühlt hat. Im Rahmen eines Geschichts-Seminars suchten sie deshalb das Gespräch mit Menschen, die die deutsche Teilung und die Wendezeit selbst erlebt haben.

Das Ergebnis ist ein rund 27-minütiger Dokumentarfilm. Vor der Kamera berichten verschiedene Menschen über ihre Erlebnisse. So erzählt Allgemeinarzt Dr. Wolf-Dieter Nistel, der früher in Chemnitz gearbeitet hat und heute im Nailaer Ortsteil Hölle wohnt, von der Zeit im Osten. Doris und Lothar Exner kommen aus Leipzig und leben heute in Lichtenberg. Zudem berichtet Sylvia Weiland davon, wie sie über die Prager Botschaft in den Westen floh.

Damit die Interviews gut gelingen, gab es vorher einen Workshop mit der Gedenkstätte Amthordurchgang aus Jena. Der Museumsverein hatte diesen organisiert. Die Jugendlichen lernten dort, wie man Gespräche vorbereitet und führt. Danach teilten sie sich in drei Gruppen auf, suchten ihre Partner selbst und organisierten alles eigenständig. Einer der Schüler, Benjamin Hoffmann, merkte dabei, dass ein solches Gespräch mehr ist als nur das Abarbeiten eines Fragenkatalogs. Man müsse das Gespräch lenken und die Aussagen richtig aufnehmen.

Gefilmt wurde im Museum sowie im Foyer des Forums Naila. Manche Gespräche waren sehr lang: Mit Dr. Nistel sprachen die Schüler über zwei Stunden. In den fertigen Film flossen davon neun Minuten ein. Der Arzt gab den Jugendlichen einen wichtigen Rat mit: Demokratie sei keine Selbstverständlichkeit. Man müsse sich für sie einsetzen und bei Wahlen genau überlegen, wen man wählt.

Bürgermeister Paul-Bernhard Wagner, der Lehrer Martin Brunhuber und Marco Hader vom Museumsverein lobten die Arbeit der Jugendlichen. Der Film soll dauerhaft öffentlich zugänglich bleiben. Aktuell läuft die Dokumentation im Museum in einer Dauerschleife, abwechselnd mit einem Film über eine Ballonflucht. Die restlichen Rohdaten der Interviews werden im Museumsarchiv gespeichert.

Wer den Film sehen möchte, kann das Museum Naila besuchen. Es ist immer sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Quelle: Naila – zur Originalmeldung

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