Murnau am Staffelsee warnt vor der Quaggamuschel
In Murnau am Staffelsee (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) läuft derzeit eine Informationskampagne gegen die Quaggamuschel. Bisher wurde das Tier in der Region noch nicht entdeckt, doch die Behörden wollen keine Zeit verlieren. Denn wenn die kleine Muschel einmal in einem Gewässer lebt, bekommt man sie kaum noch wieder weg.
Besonders gefährdet sind der Staffelsee, der Riegsee und der Froschhauser See. Die Quaggamuschel stammt ursprünglich aus dem Schwarzmeerraum, ist aber mittlerweile in vielen europäischen Gewässern und auch in Deutschland weit verbreitet. Sie ist nur zwei bis vier Zentimeter groß und hat eine helle bis dunkel gebänderte Musterung.
Das Problem ist ihre enorme Anpassungsfähigkeit. Im Gegensatz zur bekannten Zebramuschel kann sie sich auch auf weichen Böden ansiedeln und so selbst tiefe Bereiche eines Sees besiedeln. Zudem vermehrt sie sich rasend schnell: Ein einziges Weibchen kann pro Jahr Millionen von Eiern produzieren. Die winzigen Larven treiben im Wasser und werden so ganz leicht über Boote oder Wassersportgeräte in neue Seen geschleppt.
Die Folgen für die Natur sind massiv. Die Muscheln filtern das Wasser so stark, dass Plankton und Schwebstoffe verschwinden. Das Wasser wird zwar klarer, aber Fischlarven und kleine Lebewesen finden keine Nahrung mehr. Das bringt die gesamte Nahrungskette durcheinander. Auch für Menschen ist die Muschel ein Problem: Die scharfkantigen Schalen am Ufer machen das Barfußlaufen gefährlich. Zudem setzen sich die Tiere in Wasserleitungen, Pumpen und Kühlsystemen fest, was extrem teure Reparaturen nach sich zieht.
Die Gemeinde bittet deshalb alle Wassersportler und Besucher um Mithilfe. Wer Boote, SUPs oder andere Geräte nutzt, soll diese gründlich reinigen und das Wasser komplett ablassen. Die Ausrüstung muss vor dem Wechsel in ein anderes Gewässer gut getrocknet werden. Außerdem dürfen keine Pflanzen oder Tiere von einem See in den anderen transportiert werden.