Münsterer Stolperstein-Gruppe besucht jüdischen Friedhof in Dieburg
Der Arbeitskreis Stolpersteine aus Münster (Nordrhein-Westfalen) lädt zu einem besonderen Ausflug ein. Am Donnerstag, den 17. September, besuchen die Teilnehmer den jüdischen Friedhof in Dieburg (Landkreis Darmstadt-Dieburg, Hessen).
Die Führung findet von 16 bis 18 Uhr statt. Ulrike Posselt, die Leiterin des Kulturamtes der Stadt Dieburg, wird die Gruppe persönlich durch die Anlage führen. Treffpunkt ist der Eingang des Friedhofs Am Bauhof 2. Man erreicht die Einfahrt über die Frankfurter Straße, direkt hinter dem Fitnessstudio.
Der Friedhof ist etwa einen Hektar groß und gehört zu den ältesten Anlagen in Hessen. Hier liegen Menschen aus insgesamt 23 Städten und Gemeinden begraben. Rund 1000 Grabsteine sind heute noch zu sehen. Die ältesten Steine stammen aus dem frühen 18. Jahrhundert. Während die Inschriften früher nur auf Hebräisch waren, finden sich ab dem 19. Jahrhundert auch deutsche Texte auf den Steinen. In den neueren Bereichen aus den 1920er und 1930er Jahren gibt es Gräber aus Marmor und poliertem Granit.
Die Geschichte des Ortes zeigt auch das Leid der jüdischen Gemeinde. Im Jahr 1933 lebten noch 159 jüdische Menschen in Dieburg. Die meisten wurden zur Auswanderung gezwungen oder in Vernichtungslager deportiert. Das jüngste Grab auf dem Friedhof stammt aus dem Jahr 1946 und gehört drei polnischen Displaced Persons.
Wer mitkommen möchte, muss beachten, dass der Friedhof eine reine Wiesenfläche ohne feste Wege ist. Deshalb ist festes Schuhwerk wichtig. Zudem werden Männer gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, braucht man eine Bestätigung für die Teilnahme. Anmeldungen kann man per E-Mail an Rosi Haus unter [email protected] schicken.
Quelle: Münster – zur Originalmeldung