Müll-Problem in Grünberg: Stadt sucht Zeugen
In Grünberg (Hessen) wird es immer dreckiger. Die Stadt berichtet, dass die illegalen Müllablagerungen deutlich zugenommen haben. Besonders schlimm ist es außerhalb der Ortschaften. Dort werden im Schnitt vier Mal pro Monat Abfälle einfach in der Landschaft liegen gelassen.
Die Leute nutzen vor allem Waldgebiete, in die man gut mit dem Auto fahren kann. So werden zum Beispiel geschotterte Wege zu Windkraftanlagen als Müllhalde missbraucht. Auch auf landwirtschaftlichen Flächen landet immer wieder Abfall. Innerhalb des Ortes passiert es meistens an den Standorten für Altglas- und Altkleidercontainer oder beim Sperrmüll.
Die Liste der Funde ist lang: Bauschutt, Gartenabfälle und Reste von Haushaltsauflösungen sind häufig. Aber auch Elektrogeräte und Altreifen landen im Grünen. Besonders gefährlich ist Asbest. Da dieses Material extrem aufwendig entsorgt werden muss, kostet das die Stadt viel Geld. Allein für Asbest und Reifen zahlt die Gemeinde jedes Jahr Beträge im fünfstelligen Bereich. Zudem fallen Kosten für die Miete und Leerung von Mischcontainern an.
Meistens räumt der städtische Betriebs- und Servicehof den Dreck weg. Bei gefährlichen Stoffen wie Asbest muss die Stadt teure Fachfirmen bezahlen. Bürgermeister Marcel Schlosser betont, dass das kein kleiner Fehler sei. Die Umwelt werde belastet und die Kosten müssten am Ende alle Bürger über die Steuern tragen.
Die Stadt will die Verursacher nun stärker ins Visier nehmen. Wer Müll illegal entsorgt, muss mit einem Verfahren wegen einer Ordnungswidrigkeit rechnen. In schweren Fällen schaltet die Stadt auch die Polizei oder die Staatsanwaltschaft ein. Da es oft an Beweisen fehlt, bittet die Verwaltung nun die Menschen in Grünberg um Mithilfe. Wer verdächtige Beobachtungen macht, soll diese melden.
Die Stadt kontrolliert bekannte Ablagestellen zudem regelmäßig durch ihren Außendienst. Wer nicht weiß, wie er seinen Müll richtig loswird, kann sich auf der Homepage der Stadt oder beim Landkreis Gießen informieren. Weitere Angaben liegen bislang nicht vor.
Quelle: Grünberg – zur Originalmeldung