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Mozart und Bachmann: Orgel-Duell in Biberbach

Copyright und Urheber siehe Biberbach

Vor über 250 Jahren trafen sich zwei musikalische Wunderkinder in einer Wallfahrtskirche. Der zehnjährige Wolfgang Amadeus Mozart forderte den zwölfjährigen Sigmund Eugen Bachmann heraus.

Am 6. November 1766 kam es in Biberbach (Bayern) zu einem besonderen musikalischen Ereignis. Die Familie Mozart war gerade auf dem Rückweg von einer dreijährigen Reise durch Frankreich, die Niederlande und England. Zuvor hatte der junge Wolfgang Amadeus Mozart in Dillingen gespielt. Dort lernte er den Fuggergrafen Christoph Moritz Bernhard kennen, der die Familie einlud, in der Wallfahrtskirche zum Heiligen Kreuz ein Orgelspiel zu geben.

Vater Leopold Mozart stimmte zu, da der Postweg nach Augsburg direkt an der großen Barockkirche vorbeiführte. Die Kirche war bereits zwischen 1684 und 1697 erbaut worden. Vor Ort wurde die Familie vom Kirchherrn und dem Organisten Franz Josef Schmöger empfangen. Der Graf Fugger hatte jedoch eine Idee: Er wollte einen Wettstreit zwischen Mozart und dem Enkel des Organisten, dem zwölfjährigen Sigmund Eugen Bachmann, arrangieren. Bachmann galt selbst als hochtalentierter Orgelkünstler.

Zuerst betrat der zehnjährige Mozart die Orgel. Er spielte ohne vorherigen Unterricht und nutzte seine Erfahrung von verschiedenen großen Orgeln in Europa. Er spielte Sätze und Fugen aus seiner eigenen Fantasie. Danach war Bachmann an der Reihe. Er präsentierte mehrere Musikstücke und beendete den Wettstreit mit einer eigenen f-moll-Fantasie.

Am Ende gaben sich die beiden Jungen gegenseitig die Hand. Ein Zeitzeuge beschrieb den Vergleich als rühmlich, da beide ihr Bestes gegeben hatten, um den anderen zu übertreffen. Sigmund Eugen Bachmann, der bereits mit neun Jahren über 200 Stücke auswendig konnte, trat später in den Prämonstratenserorden Obermarchthal ein.

Interessant ist, dass Leopold Mozart in seinen Briefen nichts über den Besuch in Biberbach schrieb. Die Orgel, auf der die beiden spielten, wurde vom Augsburger David Jakob Weidner gebaut und ist heute nicht mehr erhalten. Lange Zeit wurde das Ereignis fälschlicherweise Biberach an der Riß zugeordnet, bis die Mozartforschung den Ort in Biberbach belegte.

Die Gemeinde pflegt die Mozart-Tradition bis heute. So feierte der Kirchenchor im Jahr 2006 den 250. Geburtstag des Komponisten mit einem Konzert.

Quelle: Biberbach – zur Originalmeldung

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