Monschau bremst Bauturbo für schnelleren Wohnungsbau aus
In Monschau (Städteregion Aachen, Nordrhein-Westfalen) soll der Wohnungsbau eigentlich schneller gehen. Das sieht ein neues Gesetz des Bundes vor, der sogenannte „Bauturbo“. Diese Regelung erlaubt es bis Ende 2030, bei bestimmten Projekten von alten Vorschriften oder Bebauungsplänen abzuweichen. Damit geht es theoretisch schneller mit der Genehmigung und Bauherren haben mehr Sicherheit.
Doch die Stadtverwaltung und der Stadtrat wollen das Instrument nicht blind anwenden. Ein eigens gegründeter Arbeitskreis hat bereits zwei Treffen abgehalten, zudem gab es eine Sitzung mit den Ortsvorstehern. Das Ergebnis: Der Bauturbo wird in Monschau vorerst ausgesetzt. Das gilt nun bis zur Ratssitzung am 1. Dezember 2026.
Der Grund für die Pause ist die fehlende Rechtssicherheit. Die Stadt befürchtet, dass ohne klare Leitlinien unpassende Bauformen entstehen könnten. Das würde nicht nur das Stadtbild und die Umwelt belasten, sondern könnte auch zu Streit mit Nachbarn führen. Zudem würde die Prüfung der Anträge mehr Arbeit verursachen.
Bevor es weitergeht, müssen die Fraktionen im Stadtrat noch Details klären. Ein wichtiger Punkt ist die Zuständigkeit: Es ist noch nicht entschieden, ob der Bauausschuss oder der gesamte Rat über die Projekte im Rahmen des Bauturbos abstimmen wird. Diese Regelung muss erst in der Hauptsatzung der Stadt festgeschrieben werden.
Bis zum Dezember 2026 arbeitet der Arbeitskreis nun an verbindlichen Richtlinien. Erst wenn diese präzisen Regeln stehen, wird die Stadt entscheiden, wie der Bauturbo in der Praxis genutzt wird. Die Zustimmung der Stadt bleibt in jedem Fall auch bei der Anwendung dieser neuen Regelung nötig.
Quelle: Monschau – zur Originalmeldung