Friedhofsräuber in Mittelbaden und Nordrhein-Westfalen gefasst
Seit Anfang 2026 verschwanden auf vielen Friedhöfen im Bereich des Polizeipräsidiums Offenburg (Baden-Württemberg) wertvolle Gegenstände. Die Täter stahlen vor allem Grabschmuck aus Metall, wie Statuen, Kreuze und andere religiöse Figuren. Oft rissen sie die Bronzefiguren gewaltsam aus den Grabstätten heraus. Besonders viele Diebstähle gab es auf den Friedhöfen in Seebach, Waldulm und Kappelrodeck, wo insgesamt 55 Taten angezeigt wurden. Auch im nördlichen Murgtal sowie im Kinzig- und Renchtal kamen die Täter zu Werk. Der Sachschaden liegt im fünfstelligen Bereich.
Die Polizei suchte nach den Tätern und richtete eine gemeinsame Ermittlungsgruppe aus Schutz- und Kriminalpolizei ein. Zeugen aus der Bevölkerung halfen den Beamten mit Hinweisen und Fotos weiter. So konnten die Ermittler schließlich ein verdächtiges Fahrzeug ausfindig machen. In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Baden-Baden führte die Polizei verdeckte Maßnahmen durch.
Die Ermittlungen führten über die Landesgrenze nach Nordrhein-Westfalen. Dort gab es eine beachtliche Anzahl an ähnlichen Diebstählen. Am Montag nahmen Spezialkräfte des Polizeipräsidiums Köln drei Menschen auf frischer Tat fest. Bei der Festnahme fanden die Beamten eine große Menge an Diebesgut und nahmen es sicher.
Zwei der Festgenommenen sind deutsche Staatsbürger aus Nordrhein-Westfalen, 35 und 42 Jahre alt. Sie stehen im dringenden Verdacht, auch für die Raubzüge auf den Friedhöfen in Mittelbaden verantwortlich zu sein. Am Dienstagnachmittag wurden sie dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht in Baden-Baden vorgeführt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ der Haftrichter Haftbefehle. Die Männer kamen daraufhin in verschiedene Justizvollzugsanstalten.
Die Ermittlungen dauern an und werden weiterhin in Zusammenarbeit mit verschiedenen Polizeidienstellen geführt.