Minister Meyer besucht Windkraft-Werk und E-Spedition in Ostfriesland
Am Montag startete Minister Christian Meyer seine Tour in Aurich (Landkreis Aurich, Niedersachsen). Dort besuchte er das Werk der Firma Enercon. Das Unternehmen wurde schon 1984 gegründet und ist heute einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Region. Meyer ließ sich zeigen, wie die Windräder geplant, gebaut und gewartet werden. Besonders bekannt ist Enercon für eine Technik ohne Getriebe, wodurch die Anlagen zuverlässiger laufen und seltener repariert werden müssen.
Der Minister zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung. Die Zahlen beim Ausbau der Windkraft steigen wieder. Allein in Niedersachsen sind aktuell mehr als 1.200 neue Anlagen geplant, die eine Leistung von fast 8 Gigawatt haben sollen. Viele dieser Projekte sind bereits genehmigt. Benjamin Seifert von Enercon betonte beim Gespräch, dass klare politische Regeln wichtig sind, damit die Firma investieren und Arbeitsplätze sichern kann.
Doch es gibt auch Probleme. Meyer und die Geschäftsführung sprachen über neue Gesetzesentwürfe aus Berlin, etwa zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und zum Netzanschlusspaket. Es besteht die Sorge, dass diese Regeln den Ausbau der Windenergie bremsen und Milliarden-Investitionen in Niedersachsen gefährden könnten.
Am Dienstag ging es dann weiter nach Leer (Landkreis Leer, Niedersachsen). Dort besuchte der Minister die Spedition Nanno Janssen. Das Unternehmen ist ein Vorreiter bei der Elektromobilität: Schon 60 LKW in der Flotte fahren mit Strom, was etwa zwei Dritteln aller Fahrzeuge entspricht. Bis 2030 will die Spedition komplett auf Elektro-LKW und andere elektrische Maschinen umsteigen.
Um den Strom nachhaltig zu gewinnen, nutzt die Spedition eine eigene Photovoltaikanlage. In Leer hat die Firma zudem einen der leistungsstärksten Ladeparks Deutschlands eröffnet. Die Anlage hat 20 Ladepunkte für schwere LKW, einen Batteriespeicher und einen starken Netzanschluss von 4 Megawatt. Durch den Verzicht auf Diesel spart die Spedition jedes Jahr rund 4.800 Tonnen CO₂ ein. Minister Meyer lobte den Betrieb als Vorbild für den Fernverkehr und forderte, dass auch andere Nutzfahrzeuge schneller von Verbrenner-Motoren wegkommen müssen.