Millionen-Projekt für die Natur an der Unterelbe
An der Unterelbe startet jetzt das Großprojekt „Krautsand II“. Bundesumweltminister Carsten Schneider und Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer haben den Förderscheck übergeben. Damit geht das Vorhaben nun in die eigentliche Umsetzung. Insgesamt fließen rund 13,8 Millionen Euro in die Maßnahmen.
Das ganze Projekt spielt sich auf Krautsand (Landkreis Stade, Niedersachsen) ab. Das ist eine ehemalige Elbinsel, die heute etwa 2.800 Hektar groß ist. Dort, wo das Süßwasser der Elbe auf das Salzwasser der Nordsee trifft, soll die Natur wieder so aussehen wie früher. In den letzten Jahrzehnten hat der Mensch hier viel verändert: Deiche haben Flächen weggenommen, Nebenarme der Elbe wurden abgetrennt und die Fahrrinne für die großen Schiffe wurde tiefer gegraben.
Jetzt soll das wieder rückgängig gemacht werden. Priele, also kleine Wasserläufe, sollen wieder mit der Ebbe und Flut verbunden werden. Es sollen Flachwasserzonen, Wattflächen und Grünland entstehen. Das hilft nicht nur seltenen Vögeln, Fischen und Pflanzen, sondern schützt auch vor den Folgen des Klimawandels. Wenn die Feuchtgebiete wieder da sind, können sie mehr Wasser speichern. Das macht die Gegend widerstandsfähiger gegen Hitze, Dürre und Hochwasser.
Umgesetzt wird das Ganze vom WWF Deutschland und der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe. Die beiden Organisationen arbeiten dabei mit anderen Partnern zusammen, zum Beispiel mit dem Deichverband Kehdingen-Oste und Landwirten aus der Region. Ein praktischer Kniff: Erde, die beim Ausheben der neuen Gewässer anfällt, wird direkt für den Deichbau benutzt.
Die Finanzierung ist aufgeteilt. Der Bund übernimmt den größten Teil mit 75 Prozent. Das Land Niedersachsen steuert 12,5 Prozent bei, und die restlichen 12,5 Prozent kommen vom WWF und der NABU-Stiftung. Die Bewilligungsbehörde ist der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).
Das Projekt ist auf lange Sicht angelegt. Die Arbeiten sollen bis Ende 2035 abgeschlossen sein.