Millionen-Betrug bei Online-Banking: Netzwerk in Brasilien zerschlagen
Die Täter hatten eine Schwachstelle bei einem Zahlungsdienstleister entdeckt. Diese Lücke entstand durch ein fehlerhaftes Softwareupdate. Im November 2023 nutzten die Betrüger diesen Fehler gnadenlos aus. Innerhalb von nur vier Tagen buchten sie massenhaft Geld von den Konten deutscher Online-Banking-Nutzer ab, ohne dass die Besitzer dies erlaubt hatten.
Das gestohlene Geld floss in einem großen Netzwerk hauptsächlich nach Brasilien. Dort versuchten die Täter, die Spuren zu verwischen, bevor sie die Millionenbeträge auszahlten. Ein kleinerer Teil der Beute landete in vier verschiedenen europäischen Ländern.
Das Bundeskriminalamt aus Wiesbaden (Hessen) und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hatten bereits 2023 Ermittlungen aufgenommen. Sie analysierten die technischen Abläufe der Finanztransaktionen. Dabei identifizierten sie drei Tatverdächtige in Europa. Diese Menschen werden nun in Spanien und Bulgarien von den dortigen Behörden zur Verantwortung gezogen.
Am 13. August 2026 kam es dann zum großen Schlag in Südamerika. Die brasilianischen Behörden gingen mit Unterstützung des BKA gegen das Netzwerk vor. Bei der Aktion wurden vier mutmaßliche Mitglieder festgenommen. Zudem durchsuchten die Beamten insgesamt 21 Objekte in sieben verschiedenen Städten.
Die Erkenntnisse aus den Durchsuchungen in Brasilien sollen nun auch bei weiteren Ermittlungen in Deutschland helfen. Ob und inwieweit sich die Verdächtigen strafbar gemacht haben, klärt nun die Justiz. Es gilt die Unschuldsvermutung.