Merdingen: Bürgermeister blockiert Hilfe für Kaiserstuhlbad
Im Gemeinderat von Merdingen (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Baden-Württemberg) gibt es Streit um die Unterstützung des Kaiserstuhlbads in Ihringen. Am 30. Juni 2026 hatten die Räte beschlossen, dem künftigen Betreiber des Bads unter die Arme zu greifen. Geplant war ein Rasenmähroboter für bis zu 40.000 Euro und zusätzliche Leistungen vom Bauhof im Wert von bis zu 25.000 Euro. Insgesamt geht es um eine Summe von 65.000 Euro.
Bürgermeister Martin Rupp hält diesen Plan für rechtlich und finanziell nicht machbar. Er hat nun offiziell Widerspruch eingelegt. Eines der Hauptprobleme ist, dass der Verein, der das Bad betreiben soll, noch gar nicht richtig gegründet ist. Es gibt also keinen Vertragspartner und keinen festen Finanzplan. Zudem wird mit dem Baubeginn erst im Jahr 2027 gerechnet.
Rupp erklärt, dass das Geld im Haushalt für 2026 nicht vorgesehen ist. Ohne einen Nachtragshaushalt dürfe die Gemeinde keine Zusagen machen, die erst in späteren Jahren Geld kosten. Außerdem sei die Sache nicht „haushaltsneutral“. Auch wenn die Gemeinde keinen Scheck schreibt, sondern einen Roboter kauft oder Personal schickt, kostet das Geld für Material, Maschinen und Löhne.
Ein weiterer Knackpunkt ist die Personalnot auf dem Bauhof. Dort arbeiten derzeit nur drei Leute. Der Bürgermeister betont, dass die Aufgaben im eigenen Ort Vorrang haben. Wenn in Merdingen etwas kaputt geht oder die Verkehrssicherheit gefährdet ist, müssen die Mitarbeiter sofort dort sein und können nicht in Ihringen helfen.
Zudem sieht die Kasse der Gemeinde nicht gut aus. Die Finanzplanung zeigt rote Zahlen, und auch der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hat eine Haushaltssperre verhängt. Das könnte bedeuten, dass Merdingen weniger Zuschüsse für die Musikschule oder die Schulsozialarbeit bekommt. Der finanzielle Spielraum sei also extrem knapp.
Die Einwohnerversammlung am 14. Juli 2026 findet trotzdem wie geplant statt. Der Gemeinderat wird am 21. Juli 2026 erneut über die Hilfe für das Bad beraten. Bis dahin wird kein Roboter gekauft und keine Arbeit am Bauhof zugesagt. In der Sitzung sollen nun Alternativen geprüft werden, etwa eine einmalige Förderung oder ein Eintritt in den Förderverein, sofern keine dauerhaften Kosten entstehen.
Quelle: Merdingen – zur Originalmeldung