Marktgraitz und Redwitz wehren sich gegen neues Umspannwerk
Die Bundesnetzagentur hat den zweiten Entwurf für den Netzentwicklungsplan Strom 2025 bis 2037/2045 veröffentlicht. Darin stehen Maßnahmen, die die Region rund um Redwitz und Marktgraitz (Landkreis Lichtenfels, Bayern) direkt betreffen. Einer der Pläne sieht vor, das bestehende Umspannwerk in Redwitz zu sanieren. Die Anlagen dort sollen modernisiert werden, damit sie stärkeren Stromspitzen standhalten, ohne kaputtzugehen.
Viel heftiger wird die Diskussion jedoch um ein weiteres Projekt. Die Behörden planen den Neubau eines riesigen Umspannwerks im Bereich Weidhausen, Marktgraitz und Marktzeuln. Das neue Werk soll etwa 30 Hektar Fläche einnehmen. Damit ist es fast so groß wie ein kleines Dorf. Zudem soll eine neue 380-Kilovolt-Leitung parallel zu einer bestehenden Trasse gebaut werden, um das Werk an das Netz in Redwitz anzubinden.
Die Gemeinderäte von Redwitz und Marktgraitz haben bereits reagiert und sagen ganz klar Nein. Sie lehnen den Neubau des Umspannwerks und die zusätzliche Stromtrasse einstimmig ab. Die Politiker begründen das mit dem enormen Platzbedarf und den Schäden an der Natur. Zudem befürchten sie, dass die elektromagnetischen Felder der Leitungen die Gesundheit der Menschen gefährden könnten. Die Gemeinden betonen, dass sie mit dem vorhandenen Umspannwerk und mehreren großen Leitungen wie dem Ostbayernring oder der Frankenleitung bereits genug zur Energiewende beigetragen haben.
Die Bundesnetzagentur hat zu diesen Maßnahmen noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Sie führt die Projekte derzeit noch als offene Maßnahmen.
Jetzt haben die Bürger die Chance, sich einzumischen. Bis zum 24. August 2026 können Privatpersonen ihre Meinung, Ideen oder Kritik einreichen. Das geht entweder online über die Webseite der Bundesnetzagentur, per E-Mail an [email protected] oder per Post an die Bundesnetzagentur in Bonn (Postfach 80 01, 53105 Bonn).